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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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auch nach dem 5- Dezember, bis Weihnachten, öfter in kinder-reiche Häuser, besonders gerne an den Samstagabenden.

In manchen Städten dagegen, z. B. in Speyer, ziehen aucharme Schulbuben in zappelnder Vielheit als Beizenickel ver-kleidet über die Strafzen. Ihre Flachsbärte, Kleider und Säckesind oft sehr unfein. Fries hat in seinem Buche, Durch diePfalz II 112, zwei gute Paare davon abgebildet. Sie ziehen auchbis Weihnachten abends polternd durch die Gassen und Häu-ser, doch nur um Gaben für sich zu heischen, nicht um solchezu bringen. Die städtischen Beizenickel kommen auch nichtum die Bravheit und Tüchtigkeit der Kinder und Knechte undMägde zu prüfen. Sie sind stark in Verwirrung geraten. Dasbezeugen auch ihre unpassenden Sprüche, die teils von denDreikönigsbuben, teils von den Sommertagsbuben herüber ge-nommen sind.

Auf dem Dorfe werden die Gaben des umziehenden Belze-nickels nachträglich von den Eltern heimlich und reichlich er-setzt, oder sie werden schon vorher in seinen Sack gelegt,während er im Hausgange poltert und ungebärdig Einlafzverlangt.

Der Umzug des Christkindes zusammen mit demBelezenickel beginnt am Vorabende des dritten Adventssonn-tages, zehn bis zwölf Tage vor Weihnachten.

Das leise und geheimnisvoll umziehende Christkind ist aberkein Christusknabe, sondern ein grofzes, weifzgekleidetes Mäd-chen. Es hat einen weifzen, durchsichtigen Schleier vor demGesichte, einen weifzen Blütenkranz aus künstlichen Blumenauf dem Kopfe, ein hellklingendes, kleines Schellchen in derrechten Hand und ein weifzbedecktes, vergoldetes Körbchen amlinken Arme. Das Christkind klingelt schon auf der Strafze,öffnet dann leise die Türen, hält Umschau nach den Kindernund nach der Ordnung in ihren Sachen und ruft dabei imFisteltone:Bef, Bet'I Sind die Kinder auch brav?".

Bestätigen die Eltern, dafz die Kinder brav und fleifzig sind,können sie die üblichen kleinen Gebete und ihre Schulsachengut hersagen, sind die Buben tüchtig und folgsam, die Mädchensäuberlich und geschickt im Stricken, Nähen und Spinnen, dannfällt die Bescherung für sie aus dem mit Nüssen, Aepfeln undLebkuchenherzen gefüllten Körbchen des Christkindes reichlichaus. Haben die Eltern Klagen, dann wird das Christkind spar-sam, streng und unzufrieden, läfzt den vermummten Beizenickelherein, der bisher ungeduldig im kalten Hausflur stand, brummte

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