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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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zum volkstümlichen, derbenBelzenickel". Dieser ist auchim Dorfe eine grofze, ernste, vermummte Gestalt, aber keinBischof Der Belzenickel kommt in schweren Stiefeln, in weitem,dunklem Mantel und mit grofzer, dicker Pelzmütze, von der erwohl auch seinen Beinamen hat. Sein Haar und Vollbart be-stehen aus grauem Flachs oder aus Werg. Seine Stimme isttief, seine Ansprache zumeist wohlwollend, doch ernst undrauh, schwer und langsam

Auch der volkstümliche Belzenickel kommt vom Himmelals Bote des Christkindes, aber zugleich auch als vermummterWanderer und als gefährlicher Mahner und Bestrafer der Un-arten, des Unfleifzes und der praktischen Untüchtigkeit. Erzieht von Dorf zu Dorf und von Haus zu Haus. Er späht durchdie Fenster, schaut in die Scheunen und Ställe, in die Höfeund Stuben. Er prüft alles Gerät und jegliche Arbeit. Er fragtdie Eltern, ob die Kinder, ob auch die anderen Hausgenossenalle recht brav und fleifzig, verträglich und tüchtig waren. Erläfzt die Kleinen beten, lesen und schreiben und ihre Sprüch-lein sagen. Er betrachtet auch die Arbeiten der Grofzen, be-sonders die Kleider, ob sie reinlich sind, die Näh- und Strick-arbeiten und die Spinnräder der Mädchen, zuletzt auch den ge-sponnenen Flachs und Hanf. Ist er zufrieden, dann lobt erdie Fleifzigen und Braven, gibt ihnen Aepfel und Nüsse undherzförmige Lebkuchen aus seinem grofzen Sacke, den er überseiner linken Schulter trägt. Ist er unzufrieden, dann wird erzornig, stöfzt mit dem dicken, schweren Stocke in seiner Rech-ten hart auf den Boden, brummt und tadelt und droht mitStrafen, holt Ruten aus seinem Sacke und gibt sie den Elternzum täglichen Gebrauche. Er schlägt manchmal auch selbstdamit zu und droht die Faulen und Bösen mit der Kette zubinden, die an seiner Schulter rasselt, oder auch ihnen dieOhren abzuschneiden, sie in seinen Sack zu stecken und sie fürimmer mitzunehmen.

Haben alle Besserung versprochen, dann gibt sich derBelzenickel endlich zufrieden, teilt nochmals von seinen Gabenaus und entfernt sich mit dem Versprechen dem Christkindealles Gute mitzuteilen und gelegentlich auch selbst nochmalsnachzusehen, ob alle ihr Versprechen auch wirklich halten.

Der Belzenickel ist in den Dörfern eine starke und geheim-nisvolle, eine prüfende, überirdische Macht, die alles sieht undalles weifz. Dort zieht darum auch nur e i n Belzenickel um. Ernimmt sich dazu drei Wochen Zeit, bis Weihnachten. Er kommt

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