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eine halbgrofze Leberwurst- extra beigelegt. Wenn sie schlach-teten, gaben die Freunde alles zurück, wenn nicht, dann war esihnen auch so gegönnt; denn solche Liebesgaben festigen dieFreundschaften und nichts ist dem Bauern lieber, als was ihmso unverhofft durch „die Freundschaft" ins Haus kommt.
Da die Ketten der Leber- und Griebenwürste und auch dieEinzelpaare mit „Weberdrahre" abgebunden wurden, war esAufgabe der Kinder, diese Drähte oder Enden des Weberzettelsrechtzeitig beim Hausweber gratis oder gegen ein kleines Ent-gelt abzuholen und dann dem Metzger die Würste binden zuhelfen. —■ Der gröfzte Dickdarm, der Inkeil, wurde gewöhnlichals „Schwartemagen oder Prefzsack" mit zerschnittenem Fleischgefüllt und nach dem Abkochen mit einem Holz und Stein ge-prefzt. — Den Saumagen füllte die Hausfrau am nächsten Sonn-tage mit dürren Kastanien, Fleisch- und Kartoffelstückchen alsLeckerbissen zum Mittagessen. —■ Blieben Schweinsdärmeübrig, so wurde daraus ein leckerer „Andudel" gefüllt. — Fehltees an Wurstfüllsel, so wurde bisweilen auch Kalbsblut und Ge-kröse dazu gekauft, doch liebt der Bauer solche Würste nicht.Lieber sind ihm Bratwürste und Knackwürste aus feinemSchweinefleisch, die ihm sein Metzger gut gewürzt nachWunsch macht.
Nach der Metzelsuppe wurden die Schweine, die morgensgleich nach der Schlachtung und Reinigung mittels einesKrummholzes, das durch die Flechsen ihrer Hinterfülze gestecktwurde, an einer schiefstehenden Leiter, den Kopf nach unten,aufgehängt und ausgenommen worden waren, vom Metzger inStücke zerteilt und mit viel Salz in einen Fleischständer einge-pökelt. Das war ein wichtiges Geschäft für die Konservierungdes Fleisches, das ein Jahrlang ausreichen sollte. Ebenso danndas regelmäfzige Uebergiefzen des eingesalzenen Fleisches mitder Salzlacke, bis es durchsalzen und haltbar war, und dann dasRäuchern im Schornstein und die richtige Aufbewahrung unddie richtige Verwertung und Zubereitung. — All das obliegt derFürsorge und klugen Umsicht der Hausfrau. Sie kann dasgrüne und das dürre Schweinefleisch durch ihre Sachkundeund wohl überlegte Kochkunst das ganze Jahr hindurch zuLeckerbissen für die Ihrigen machen oder auch zum Gegenteil,wenn sie unkundig und nachlässig ist. Die gute oder dieschlechte Verpflegung der Familie ist einzig in ihre Hand ge-legt. Darum sind kluge und tüchtige Hausfrauen ganz unschätz-bare Träger des häuslichen Wohlbefindens und des Volkswohl-
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