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December. Jeder rechte Bauer schlachtet im Dezember undsein Schlachtfest ist auch ein volkstümliches Familien-fest. Dabei dürfen natürlich auch die Kinder des Hauses nichtfehlen; denn dabei gibt es viel Nützliches und Angenehmes undmehr Neues zu lernen als in vielen Schulstunden. Eine rechteSammlung wäre übrigens an solchen Tagen im Unterrichtedoch nicht möglich. Darum hat unser verständiger Lehrer unsam Schlachtfeste auf unsere Bitten immer schulfrei gegebenund wir brachten ihm am nächsten Tage zum Danke dafür stetsneuen Lerneifer mit und die zwei gröfzten Paare frischer haus-gemachter Würste.
Die Vorgänge, Arbeiten und Genüsse eines rechtenSchlachtfestes werden überall so ziemlich die gleichen sein.Darum brauche ich sie hier nicht zu schildern. Ein Stück Volks-tum aber sehe ich darin, dafz bei uns stets die ganze Sippe amSchlachtfeste teilnahm.
Die Metzelsuppe, das eigentliche Schlachtfest, fandbei der Schlachtung von zwei Schweinen, die jeder ordentliche-Bauer jährlich für den Hausgebrauch nötig hat, erst am Abendstatt, wenn alle Arbeit beendet war. Zu Mittag gab es beimMetzeln nur köstliches, gut durchwachsenes Wellfleisch, dazuSalz und gequellte Kartoffeln und selbstgebackenes, kräftigesBrot nach Belieben. — Vom dampfenden Wellfleische wurdegegen Mittag auch jedem Verwandten zum Versuchen ein Stückzugesandt in einer weifzen Tasse oder in einer geblümtenSchale. Diese Liebesgabe war zumeist nur „geliehen"; dennwenn diese später schlachteten, gaben sie gleichviel mit Dankzurück. — Gegen Mittag schlichen auch arme Kinder und Hung-rige mit verlangenden Augen oder auch mit lauter Bitte um„ein Stückel Fläschebrout" in den Hof. Auch diese erhielten ihrStück „Baurebrot" mit Wellfleisch, solange dieses im Hauseklein geschnitten wurde zu Grieben und zur Füllung guter Blut-würste. „Blunsen", d. h. Blutwürste ohne Grieben, mag derBauer und die Bauersfrau nicht.
Zur Metzelsuppe im Hause, bei der es oft hoch herging,da alle Sorten von Fleisch und frischer Wurst ausgiebig ver-sucht und auch Wein dazu getrunken wird, wurden nur dienächsten Verwandten eingeladen. Den anderen schickte dieHausfrau je „einen Hafen voll Wurstsuppe", d. h. zwei LiterBrühe, in der auch zersprungene Würste waren, dafür sorgte derabkochende Metzger, und dazu je ein Paar frische Leber- undBlutwürste in ihr Haus. Jedes verwandte Kind erhielt überdies