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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
Entstehung
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Diese gaben dem alten germanischen Sonnenjahr im An-schluß; an das neue Kirchenjahr und an den katholischen Kir-chenkalender einen ganz neuen Gedankeninhalt und auch einenteilweise abweichenden Verlauf. Die höheren, in den geist-lichen Schulen vorgebildeten Stände schlössen sich in ihremDenken und Fühlen, Leben und Wirken bald tiefer und engeran die römisch-katholische Kultur und Kirche an. Das Volkauf dem Lande folgte viel langsamer nach, aber es folgte; denndie Kirche und ihre höhere, römische Kultur, ihre römischeSprache und ihr christliches Kirchenjahr beherrschten, führtenund regierten bald das ganze Staats- und Volksleben in allenprivaten und öffentlichen Angelegenheiten. Ohne sie gab eskein Glück und keine Volksgemeinschaft mehr auf Erden undim Jenseits.

Darum mufzte das altgermanische Volkstum mit seinerNaturreligion und mit seinen alten, heidnischen Göttern, mitseinen unchristlichen Gottesdiensten, Sitten und Gebräuchenplötzlich sündhaft werden. Es mufzte verboten werden, mufzte sichin die Einsamkeit flüchten und allmählich absterben oder durchden Segen der Kirche sich heiligen und verchristlichen lassen,sich an die heiligen Zeremonien der Kirche anschliefzen.

Wie schwer das oft war, wie lange, blutige Kämpfe eskostete, das lehren uns die Sachsenkriege Karls des Grofzenvon 772 bis 803 gegen Widukind und seine Getreuen imheidnischen Sachsenlande. Wir sehen es auch poetisch dar-gestellt in Webers Dreizehnlinden und sehr unpoetisch in vielenHexen- und Ketzerprozessen und Glaubenskämpfen alter undneuer Zeit und in deren Literatur.

Andererseits aber wissen wir auch, dafz die deutschenGlaubensboten oft sehr klug und nachsichtig vorgingen,dafz sie nur das rügten und strenge verboten, was auffällig undtrotzig der christlichen Lehre und Sitte widerstrebte. Ja diedeutschen Priester und Mönche blieben auch selbst in ihrengeistlichen Gewändern noch lange deutsche Recken und volks-tümliche Gottesstreiter, die mit Schwert, Volkslied und Volks-brauch ebenso vertraut umzugehen wufzten wie mit der Schreib-feder und mit ihrem lateinischen Brevier. Sie Hetzen daher ihrenneubekehrten Volksgenossen ruhig viel altgermanisches Volks-tum und sprachen ihren Segen über alte Volksgebräuche, wennsie kein Aergernis gaben und den Grundsätzen der Kirchen-lehre unschädlich waren. Sie haben auch viel altgermanisches,bis dahin unchristliches Volkstum christianisiert, durch Gebet

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