Das Mittelalter nannte diese conservativ frommen Leutedarum pagani, d. h. Dörfler oder Halbheiden. Wir nennensie „altfränkisch" oder altväterlich und wir danken ihnen fürihre Treue zum heimischen Glauben und zum alten deutschenVolkstum.
Von der fränkisch-alemannischen Bevölkerung der Pfalzist weithin bekannt, dafz die Franken der ebenen Vorder-pfalz elastischer und raschlebiger, vorschneller und neuerungs-süchtiger sind und darum auch stets bestrebt waren stolz ander Spitze der neuzeitlichen Verhältnisse und Bestrebungenvoranzuschreiten, während die Alemannen der wald-reichen, gebirgigen Hinterpfalz, des Westrichs, stiller und be-dächtiger, frömmer und zäher am guten alten Herkommen fest-halten.
Darum läfzt sich von vornherein erwarten, dafz in den Ber-gen unseres Westrichs, besonders im Flußgebiete der Queichund in ihren Seitentälern, wo seit der Völkerwanderung nurAlemannen, oder auch Alemannen und Franken nebeneinanderwohnen, unbewufzt noch viele Reste alten deutschen, und wo derkatholische Glaube erhalten blieb, auch alten christlichenVolkstums sich erhalten haben, die der Beachtung und Auf-zeichnung wert sind.
Ich denke dabei nicht nur an die mehr äufzerlich liegenden,für jeden Sammler sichtbaren alten Reste und Eigentümlich-keiten, sondern auch an den tiefgründigen, inneren Goldgehalt,an das volkstümliche Seelenleben und an die religiösen Motive,die alles Tun und Lassen, Reden und Denken, das ganze Lebenund Streben unseres Volkes, also auch unser ganzes heimischesVolkstum tief beeinflussen und mit bestimmen.
Neben das alte germanische Sonnenjahr und zu dem heid-nischen Götterglauben trat auch bei unseren fränkisch-aleman-nischen Vorfahren schon sehr frühe, schon seit Anfang des6. Jahrhunderts, der Christenglaube und mit ihmdas römisch-katholische Kirchenjahr.
In ihm ist nicht mehr das Wachsen, Blühen und Absterbendes Sonnenjahres, das Leben und Sterben des SonnengottesBalder alleiniger Rahmen und Mittelpunkt, sondern auch dasWerden und Wachsen des Gnadenreiches Christi und seinerKirche, das emporblüht aus dem Leben, Leiden und Sterbendes Welterlösers, aus seiner Auferstehung und Himmelfahrt.Im Kirchenjahr wiederholt sich also in bestimmter Reihenfolgejährlich immer wieder das grofze Erlösungswerk Christi, sein
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