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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
Entstehung
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In Bäumen und Sträuchern, in Blumen und Gräsern, inQuellen und auf blühenden Wiesen lebten und schwebten dieseWanen und mit ihnen glänzende Elfen und Nixen. Siefreuten sich mit den Menschen und mit der blühenden Naturan der Naturschönheit und an der warmen Sommersonne. ImInnern der Erde aber hausten kleine Zwerge und Kobolde,Moosweibchen und Erdmännlein, die nach Goldschürften, die Natur belebten und den Erntesegen mehrten.

So hat das Volk der Denker und Dichter schon sehr früheeine reiche Götterwelt rings um sich geschaffen. Und was diedichtende deutsche Volksseele vor Jahrtausenden erdachte undglaubte, was sie feinfühlig in der Natur erlauschte und miter-lebte, das hat sie auch in Mythen gefafzt und frommgläubigweitergetragen. So entstanden unsere Götter- und Hel-densagen, unser Volksglaube und Volksge-brauch, wovon ein kleiner Teil als heiliges, deutschesAhnenerbe bis auf uns gekommen ist.

Das deutsche Volkstum, Religion, Sittenund Gebräuche, wurden zuerst von den Römern beob-achtet und geschildert. Wir finden solche Schilderungen beiCäsar in seinen Berichten über die deutschen und gallischenKriege vom Jahre 58 bis 49 vor Christus und bei Tacitus, inseiner Germania, ein ganzes Buch über die Abstammung undWohnsitze, Sitten und Völker der Germanen, i. J. 98 nachChristus geschrieben. Ergänzende Aufschlüsse dazu geben unsauch andere griechische und römische Schriftsteller, römisch-germanische Steindenkmäler 1 ) und die in unserem eigenenVolke verfafzte nordgermanische Edda.

Was wir da von unseren frühesten germanischen Altvordernlesen, ist bisweilen derb, ungeschlacht und urkräftig, aber auchso naturwahr, so tieffühlig und sittlich gesund, dafz wir ihnenunsere Bewunderung und Hochachtung nicht versagen können.Ein ernstlicher Rückblick darauf könnte unserer kranken Zeitheute nicht nur Belehrung und Mahnung, sondern auch Er-bauung, Genesung und Heilung bringen.

Reste dieser altgermanischen Naturreligion und Natur-auffassung verbunden mit frühchristlichem Glauben und Brauchfinden wir auch heute noch in unserem Volke lebendig. Wirfinden sie insbesondere bei unseren biederen, frommgläubigenDorfbewohnern, die abseits vom abschleifenden und verflachen-den Völkerverkehr das alte deutsche und das alte christlicheAhnenerbe fester und treuer bewahrt haben.