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Die Ausgaben der Imitatio Christi in der Kölner Stadtbibliothek
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Werkes, sondern vier, von einander unabhängige, in sich selbstabgeschlossene Traktate sind", dass die übliche SommaVsche Dis-position der einzelnen Kapitel der Iniitatio mit ihrer Zerreissungder natürlichen Gedankenfolge nicht länger bestehen dürfe, 1 )ferner die Darlegung des dem Thomas eigentümlichen Stilsschriftstellerischer Komposition und die Entwicklung des Lehr-begriffs der Imitatio,wodurch auf den Gedankenkreis, worinsich Gerhard Groot und die von seinem Geiste ausgegangenenGemeinschaften bewegten, ein neues Licht fällt".

Nicht in diesem polemischen Sinne jedoch haben wir es mitder Nachfolge Christi zu thun, sondern nur im bibliographischen,und es mögen daher zunächst einige Angaben über die Zahl derAusgaben und der Übersetzungen gestattet sein.

Nachdem um das Jahr 1470 zu Augsburg durch GüntherZainer die Imitatio zum ersten Male gedruckt worden war,erschienen bis zum Ende des Jahrhunderts bereits 53 weitereText-Ausgaben und 30 Übersetzungen, darunter 4 französische,6 deutsche, 15 italienische, 4 spanische und 1 portugiesische.Das sechzehnte Jahrhundert brachte englische, niederländische,polnische, dänische und böhmische Übertragungen, das sieben-zehnte chinesische, japanische, griechische, ungarische, illyrische,russische, arabische, armenische, schwedische, isländische, bas-kische und bretonische, das achtzehnte sogar eine syrische undgrönländische, das neunzehnte endlich eine hebräische, malayische,lettische und sorbische. Auszüge aus der Imitatio sind auchin tamulischer Übersetzung von dem Missionar B. Schmid (Madras,1853. 12°) erschienen, und eine handschriftliche Übersetzung inder Teluga-Sprache, mit lateinischen Buchstaben geschrieben undmit der BemerkungHalae Saxonum die 13. Novembr. 1744"am Schlüsse, wahrscheinlich von dem Missionar Benjamin Schultzeherrührend, findet sich in der Grossherzoglichen Bibliothek zuWeimar. 2 )

Während dreier Jahrhunderte, von 14801780, wurden nacheiner Berechnung Desbillons' 2000 Ausgaben resp. Übersetzungen

1) Die neue Disposition Hirsche's ist bereits einer deutschen Über-setzung von Fr. A. Frincken (Köln, Bachern, 1875) zugrunde gelegt.(Vergl. die 3. Aufl.: Nr. 266.)

2) Vergl. Literarisches Centralblatt, Jahrg. 1865, Nr. 5.