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Die Büchererwerbungen der Kölner Stadtbibliothek
Entstehung
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gesammelt, vielmehr, soweit sie aus älterer Zeit vorhanden, mitdem Stadtarchiv gegen Drucksachen, welche bei den Ordnungs-arbeiten dort noch zutage kommen, ausgetauscht; ausnahms-weise werden Handschriften erworben, wenn sie mit Samm-lungen von Zeitungsausschnitten oder dergl. verbunden oder fürdie Geschichte der Buchdruckerkunst oder des Bibliothekswesensvon besonderem Interesse sind ') Schriftproben und hervor-ragende Erzeugnisse des Accidenzdruekes gehören mit gleichemBechte in den Sammelbereich einer Bibliothek wie eines Kunst-gewerbe-Museums; die Frage, welche von beiden hiesigen Anstaltenderartige Sachen in Zukunft ausschliesslich sammeln wird, istziemlich unwesentlich; sie wird ohne Schwierigkeit entschiedenwerden, sobald sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat, inwelcher Anstalt die genannten Gegenstände am ausgiebigstenzur Geltung kommen.

II. Nach, dem Inhalt.

Hier ist der Grundsatz aufzustellen, dass die Stadtbibliothekeine universalwissenschaftliche Büchersammlung ist oderwenigstens werden soll, dass dementsprechend keine Disziplinganz unberücksichtigt bleiben darf. Es muss daran festgehaltenwerden, dass die öffentlichen Bibliotheken der grossen Städtein der Hauptsache dieselben Aufgaben zu erfüllen haben, wie die .gleichartigen staatlichen oder Provinzial-Anstalten. Den Charaktereiner wissenschaftlichen Sammlung kann eine Bibliothek dadurchnicht verlieren, dass sie neben ihrer Hauptaufgabe noch besonderenZwecken dient oder dass sie durch thatsächliche Verhältnissevon der Pflege einzelner Litteraturzweige entlastet wird. Esgiebt wohl kaum eine öffentliche Bibliothek, welche nicht zueiner ungleichmässigen Behandlung der verschiedenen Dis-

') So erwarb die Stadtbibliothek u. a. einen Katalog der. Bibliothekdes Klosters Sion in Köln.