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1 (1884) Prag, Köln, Erfurt, Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen
Entstehung
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zur Notwendigkeit. Viele der aus Livland auf die hohenSchulen Gezogenen haben denn auch ihr Ziel erreicht. Vielevon ihnen sind Domherren geworden, und unter diesen habenmehrere auch Bischofssitze in ihrem Heimathslande erlangt. Soist geworden Johann Schutte Bischof von Oesel von 14231438,G-ottschalk Schutte Bischof von Kurland 1423 und 1424, JohannesTirgart Bischof von Kurland 1429, Arnold Stoltevot Bischof vonReval 1418 und 1419, Iwan Stoltevot Bischof von Reval 1475,1476, Theodoricus Hake Bischof von Dorpat 1485 bis 1496, Ger-hardus Schrove Bischof von Dorpat 15051512, Johannes BeyBischof von Dorpat 15291543, Georg Tiesenhausen Bischofvon Reval 15251530 und Reinhold von Buxhowden Bischofvon Oesel 15301557. Auch Johann Vadelkan aus Riga wurde1458 vom Oeselschen Capitel, und Johann Duseborch, eines Raths-herrn Sohn aus Reval, 1514 vom Dorptschen Capitel zu Bischöfenerwählt; diese erlangten indessen nicht die päpstliche Bestätigung.

Nach Einführung der kirchlichen Reformation, als nunmehrdie Bisthümer und die reichen Kirchenpfründen eingingen, hörtder Zudrang des Adels zu den geistlichen Stellungen auf undsehen wir junge Edelleute nur höchst ausnahmsweise sich nochdem Studium der Theologie widmen, um in das Amt eines luthe-rischen Predigers einzutreten. Ihre Stelle nehmen jetzt dieSöhne der lutherischen Prediger ein, welche zahlreich dem Be-rufe ihrer Väter folgen. Dagegen widmen sich in der nach-reformatorischen Zeit die jungen Edelleute meist dem Studiumder Rechtswissenschaft und der Politik.

Die Magistrate der Städte hatten ebenso wie die katholischeKirche schon früh das Bedürfniss, auch gelehrte Glieder in ihrerMitte zu haben, schon weil die Sprache der Diplomatie derzeitdie lateinische war und man der Kenntniss derselben bei Ab-fassung der Urkunden und bei den Verhandlungen mit der päpst-lichen Curie und den fürstlichen Höfen bedurfte.

Von den im fünfzehnten Jahrhundert in Erfurt und in Rostockverzeichneten Studirenden begegnen uns als spätere Glieder desRigaschen Raths Wennemar Härmen, Hermann Helewegh, auchWestphal genannt, und Frowin Geysmar; auch ist wohl der 1424immatriculirte Nicolas Molner zu denselben zu zählen. Got-