JJei der Vertiefung und Ausdehnung des historischen Quellen-studiums in neuerer Zeit hat man die Aufmerksamkeit auch denalten Matrikeln der Universitäten, den Verzeichnissen der Stu-direnden in den vergangenen Jahrhunderten, zugewandt, und dasmit Recht, da in ihnen ein reiches Material vorliegt nicht blosfür die Personenkunde eines betreffenden -Zeitabschnittes undeines bestimmten Landes und die Genealogie hervorragenderFamilien, sondern auch für die Culturgeschichte sowol im All-gemeinen, wie auch für die specielle eines in Betracht zunehmenden Landes.
Im Jahre 1830 brachten die „Monumenta historica universi-tatis Carolo-Ferdinandeae Pragensis" ein Verzeichniss derDecane der philosophischen Facultät von 1367—1585 und ein Ver-zeichniss der Studirenden der juristischen Pacultät von 1372—1418.Dr. Poerstemann gab darauf im Jahre 1841 das Album der Witten-bergschen Universität von 1502—1560 heraus. Bei Gelegenheitdes hundertjährigen Jubiläums der Friedrich-Alexanders-Uni-versität zu Erlangen im Jahre 1843 wurde die Matrikel dieserUniversität veröffentlicht. Bemerkt mag hier werden, dass dieUniversität Erlangen von dem Markgrafen Friedrich von Branden-burg-Bayreuth am 21. März 1742 in seiner Residenz Bayreutherrichtet, aber im September 1743 nach Erlangen verlegt und des-halb die Säcular- Feier erst im Jahre 1843 abgehalten wurde.Markgraf Alexander Hess sich ihre Pflege durch Vermehrungihrer Mittel und ihrer Institutionen sehr angelegen sein, wes-halb sie denn den Namen Friedrich-Alexander-Universität erhielt
Dem folgte im Jahre 1855 von Dr. Theodor Beise dieHerausgabe der Matrikel der vou Gustav Adolph gegründetenUniversität Dorpat von 1632—1665 und von 1690—1710 in den
1