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1 (1884) Prag, Köln, Erfurt, Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen
Entstehung
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Giessen, Rinteln und Erlangen, so muss man bekennen, dassinsbesondere gegenüber der geringen Zahl der- deutschen Be-völkerung unserer Provinzen, welche doch allein die Studirendenabgab, die Zahl derjenigen, welche in diesen Provinzen eine aca-demische Bildung zu erlangen suchten, wahrlich eine verhältniss-mässig grosse gewesen ist und dass Livland in dieser Beziehungdurch alle Jahrhunderte hindurch, trotz der hier herrschendenbesonderen Verhältnisse der verschiedensten Art und Richtung,den einzelnen Provinzen Deutschlands nicht nachgestanden hat.Dazu kommt noch, dass in dem Jahre 1630 Livland durch KönigGustav Adolf seine eigene Universität erhielt, welche ebenfallsvon den Söhnen des Landes besucht wurde. Viele von ihnen'beschränkten sich allerdings nicht einzig auf Dorpat, sondernbezogen zu ihrer weiteren Ausbildung auch noch auswärtige Uni-versitäten, da es der schwedischen Regierung trotz aller ihrerBemühungen nicht gelang, ausgezeichnete Lehrkräfte zu gewinnenund die Lehrstühle in der gewünschten Anzahl zu besetzen.

Was- die Lebensberufe betrifft, aus denen die Studirendenhervorgegangen sind, so finden wir unter denselben schon amEnde des vierzehnten und am Anfange des fünfzehnten Jahr-hunderts Söhne der städtischen Patricier, der Bürgermeister undRathmannen, und neben ihnen erscheinen denn auch schon Söhnedes landsässigen Adels. Um die Wende dieses Jahrhundertstreten uns entgegen Namen der ältesten Rathsfamilien der In-ländischen Städte, so von Riga Wynmann, Sandbocheim, Foysan,Winkel, Zost; von Reval Stoltevot, Beke; von Dorpat Never-mann, Bekemann, Holle; später ist dies noch in vermehrtemMaasse der Fall. Aus dem inländischen Adel erscheinen zuerstdie Namen Ergemes, Orgass, Varensbeck, Swarthof, Wrangel,Stackeiberg, Ungern, Patkul, Lode, Wetberch, Vietinghof, zudenen alsbald noch Taube, Tiesenhausen, Uexküll und anderetreten. Der Tendenz der Zeit gemäss strebten die Söhne, ins-besondere die nachgeborenen, sowohl des Patriciats als des Adels,geistliche Stellungen und Würden zu erlangen. Um aber Dom-herr oder Bischof zu werden, bedurfte es wissenschaftlicher Bil-dung, namentlich der Kenntniss der lateinischen Sprache und descanonischen Rechts, und daher wurde der Besuch der Universitäten

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