Druckschrift 
1 (1884) Prag, Köln, Erfurt, Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen
Entstehung
Seite
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bestehend. Die ersten zehn Lagen sind liniirt mit je 30 Linienauf jeder Seite, von denen die erste jedoch unbeschrieben ge-blieben ist. Von der Lage 11 ab variirt die Zahl der Linien jenach der Grösse der Buchstaben der einzelnen Handschriften.Die Blätter sind in zwei Columnen gespalten. Im fünfzehntenJahrhundert sind die Bectoratsanfänge in Majuskeln, das Uebrigeist in Minuskeln geschrieben, wobei die Anfangsbuchstaben allerVornamen Initialen sind, während dies in den übrigen Eigen-namen nur selten der Fall ist. Beide Schriftformen gehen in denersten Jahrzehnten des sechszehnten Jahrhunderts allmählich indie cursive über.

Bei der Bectorwahl vom 14. April 1565 ist zuerst einehistorische Aufzeichnung eingefügt, und zwar ein Bericht überdie Pest dieses Jahres. Von da ab finden sich solche Aufzeich-nungen ziemlich regelmässig, meist am Schluss des Semestersoder der Amtsjahre der Rectoren, und betreffen zunächst dieUniversitäts-Angelegenheiten, aber auch gleichzeitig Stadt-, Pro-vinzial- und oft sogar die gesammte europäische Geschichte.

Es ist mehrmals in Rostock in Aussicht genommen und selbstschon in Einigem vorbereitet worden, die älteste Matrikel imDruck herauszugeben, aber die grossen Schwierigkeiten, die miteinem solchen Unternehmen verbunden sind, haben wieder davonAbstand zu nehmen veranlasst. Abgesehen von den Kosteneiner solchen Herausgabe, die durch den Buchhandel nicht ersetztwerden, wie selten findet sich ein Mann, der, ausgerüstet mit denpalaeographischen und den andern nöthigen Kenntnissen, zugleichin der Lage ist, den erforderlichen langen Zeitaufwand derSache zu widmen. Hat doch der Herausgeber der LeydenerMatrikel, wie er in der Vorrede sagt, unter Aussetzung seinerübrigen Studien und bei einiger Mithilfe von andern Gelehrtendrei ganze Jahre auf diese Arbeit verwenden müssen.

Neben der allgemeinen Studenten-Matrikel sind in Rostocknoch besondere Verzeichnisse von den einzelnen Pacultäten derUniversität geführt worden. DasAlbum Ordinis Philosophorum"beginnt mit der Stiftung der Universität im Jahre 1419 undreicht bis zum Jahre 1702. Die theologische Pacultät besitztein Statutenbuch, das mit dem Jahre 1561 beginnt und