Druckschrift 
1 (1884) Prag, Köln, Erfurt, Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen
Entstehung
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XI
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Die handschriftlichen Matrikeln der Universitäten Leipzigund Jena, welche Schreiber dieses einzusehen Gelegenheit nahm,bestehen aus mehreren Poliobänden und sind leserlich geschrieben.In der Leipziger Matrikel sind schon in den ersten Jahren Liv-länder eingetragen und beim Durchblättern der Jenaer Matrikelstösst man ausserordentlich häufig auf livländische Namen. Leiderkonnten schon wegen der nothgedrungenen Kürze des Aufent- -halts in diesen beiden Städten auch selbst theilweise Auszügeaus diesen Matrikeln nicht gemacht werden.

Dagegen gewährte ein längerer Aufenthalt in der altenHansastadt Rostock die Möglichkeit, das älteste Matrikelbuchdieser Universität, welches von 14191760 reicht, einer genauenDurchsicht zu unterziehen und hinsichtlich der darin vorkommen-den Livländer (im alten weiteren Sinne genommen) Auszüge zumachen. Ganz im Gegensatz zu den Matrikeln von Leipzig undJena ist die Rostocker Matrikel sehr gedrängt und oft schwerleserlich geschrieben. Die Eintragungen sind mit Ausnahme derJahre von 14191430 von den jedesmaligen Rectoren mit eige-ner Hand geschrieben, wie dies auch mehrmals direct bezeugtwird. Die Rectoren waren, wie auch noch heutzutage ein grosserTheil unserer Gelehrten, durchaus keine Kalligraphen und auchvon ihnen gilt die Bemerkung, welche der Herausgeber derLeydener Matrikel macht, dass die Rectoren der älteren Zeit inihrem Fache wohl sehr gelehrte Männer, daneben aber schlechteGeographen waren und die Namen sowohl der Personen alsder Orte nach dem oft falschen Hören bei Nennung derselbenirrig und schwankend niedergeschrieben haben. Die stattgehabteSchreibweise der Namen ist in dem hier folgenden Abdruck genauwiedergegeben worden; die Namen der Orte lassen sich meistleicht erkennen und auch die nicht blos mit sehr schlechterHandschrift geschriebenen, sondern auch oft corrumpirten Namender Personen können bei einiger Vertrautheit mit der Personen-kunde unseres Landes zu allermeist erkannt und zurechtgestelltwerden, was, wo es nöthig schien, durch Bemerkungen in demnachfolgenden Texte geschehen ist.

Die älteste Rostocker Matrikel ist ein starker Band in kleinPolio aus 87 Lagen zu je vier bis zehn Pergamentblättern