— 48 —III. Dio Katalogisierung-lind Ordnung der Büoher.
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Allgemeines.
Eine öffentliche Bibliothek kann nur dann ihre Aufgabe er-füllen, wenn den Benutzern die Möglichkeit geboten wird, sichüber die Bestände eingehend und schnell zu orientieren. Diegeordnete Aufstellung einer grossen Büchermasse kann schondeshalb nicht ausreichend sein, weil alle diejenigen Werke, welcheausgeliehen oder aus einem andern Grunde ihren gewöhnlichenStandorte entnommen worden sind, für diese Zeit dem Benutzerentgehen würden. Überdies kann mit Rücksicht auf die Ordnungund Sicherheit einer Bibliothek das Betreten der grössern Bücher-depots durch das Publikum nur zu den Ausnahmen 1 ) gehören.Eine ausreichende Orientierung ist nur durch Kataloge zu er-reichen; auf ihre Ausarbeitung wird sich deshalb die Thätijzkeitdes Bibliothekars vorzugsweise zu richten haben, und erst da, wosie den Dienst versagen, hat die Auskunft des Bibliothek-beamten einzutreten. Diese kann demnach, so anentbehrlich siein vielen Fällen ist, immer nur eine subsidiäre sein.*) Eineuniversalwissenschaftliche Bibliothek ist keineswegs eine Fundstätteausschliesslich für wissenschaftliche Details; sie soll vielmehr aufallen Gebieten der Wissenschaft, der Kunst und des praktischenLebens diejenige Anregung und Belehrung bieten, welche ihremWesen und den ihr zu Gebote stehenden Mitteln entspricht; solldiese ihre Bestimmung, durch welche sie sich wesentlich voneiner Fachbibliothek unterscheidet, in ihrer gesamten Organi-sation und Verwaltung zum Ausdrucke kommen, so gehört zurberufsmässigen Ausbildung im bibliothekarischen Fache neben demStudium irgend einer Fachwissenschaft und der rein bibliotheks-technischen Seite eine mehr oder weniger genaue Bekanntschaftmit wissenschaftlichen Systemen und ihren Berührungspunkten;
') Manche Bibliotheken gestatten solche Ausnahmen zu gunsten i,''wisser Kategorien von Benutzern, z. B. der Universitätslehrer.
2 ) In einem in Köln erscheinenden vielgelesenen Tagesblatte wurde vorJahren bei Gelegenheit einer Besprechung der Kölner 15 ibliothck Ver-hältnisse die entgegengesetzte Ansicht verteidigt; hierin möge dio Ab-schweifung im Texte ihre Kntsehuldigung finden.
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