Druckschrift 
Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

102wol wie der Apostel Petrus es war: (a) Dieeben so wenig Ruhm und Glauben für sich ver-dienen als der Apostel Paulus von sich selbstbezeugte es nicht zu verdienen: (b) Deren Schlüßealso eben so wol für die Folge mangelhaft seynkönnen, als es die Schlüße des allerersten Con-ciliums waren, so zu Jerusalem gehalten wurde:(§. 4.) und deren Vorschriften, eben so stark Ab-änderung bedürfen als es die Vorschriften einesPaulus selbst in gewissen Fällen erfodern. (c)(§. 8,) Dies würde gelten, wenn selbst alleGlieder der gesetzgebenden Kirche die nemlichenEinsichten und Gesinnungen hätten, als die vomHerren selbst gelehrte Aposteln und übrigen Glie-der hatten. Wie weit man sich aber irren wür-de; wenn man auf gutem Glauben dies so an-nehmen würde, mag ich nicht untersuchen, dadie Geschichte das Gegentheil leider hinreichendzeiget. Ich darf aber hierüber nicht weitläufti-ger seyn, um nicht zu viel von demjenigen zuwiederholen, was ich im 8ten Absatz schon die-ſerhalb geſagt habe.Eine dritte Folge so aus diesem Satz fürdessen Anhänger nothwendig entspringen muß,ist Sicherheit, Stolz, Ueberhebung über andere,Verachtung, Verfolgung, als welches ich im 28.und 29ten §. weitläuftig zeigen werde. Nur be-merke ich hier, daß hieraus nothwendig Unwis-senheit(a) Apost. Gesch. 10. v. 26.(b) 1. Br. a. d. Corinth. 3. v. 21.(c) 1. Pr. a. d. Corinth. 11. v. 4. u. s.