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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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158Weise dabei Despotismus unausbleiblich, mithindesselben Gutes und Böses zu befahren seyn wird.Es kan endlich Intoleranz aus verschiede-nen mangelhaften politischen Einrichtungen desStaats entstehen. Je lahmer nemlich die Res-sorts der politischen Regierung eines Landes wer-den, desto mehr folgt der Pöbel seinem Hang;oder dem Triebe welcher ihm von denen gegebenwird, auf welche er sein gröstes Zutrauen setzet.Wie oft ist dieser Satz in der Politick nicht an-ge vendet, und wie viele Regierungsformen sindnicht dadurch umgeworfen worden? Mehrentheilswird in diesem Fal die Religion zum Deckmantelgenommen, weil diese am leichtesten zu einer al-gemeinen Unzubestifterin unter dem einfältigenPöbel, der in der äussern Einrichtung seiner Re-ligion den grösten, ja einzigen Werth setzet, ge-richtet werden kan. Der Pöbel läßt sich nemlichleich aufwiegelen, wenn man ihm einigemal vor-spricht: Die Vorsteher des Staats unterstütztendie herrschende Religion nicht mehr; oder woltengar eine andere einführen; die Geistlichen wür-den behindert ihr Amt zu verrichten 2c. Der Pö-be erregt sodann Aufruhr, und ein Theil des-selben glaubt in seinem Gewissen verpflichtet zuseyn Gott zu vertheidigen; der grosse Theil rot-tet sich aber alsdann mehrentheils hinzu, um beiden erregten Unruhen, ihrem bösen Hange, aller-lei Gewaltthätigkeiten ungestraft ausüben zu kön-nen, ein Genüge zu leisten. Der Aufruhr fängtsodann mit einer Verfolgung fremder Religions-verwandten an, und endiget sich nicht selten mitdem Ruin des Staats. Ein lebhaftes Exempelähnlicher