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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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tesdienst, noch irgend eine leibliche Uebung, alswelche nach dem Zeugniß des Apostels (a) hiezunichts nützet, gelangen kan, so fand der allwei-seste Erlöser, in welchem doch die Fülle derGottheit wohnte, es gar nicht nöthig noch rath-sam, über einen äusseren öffentlichen Gottesdiensteinige Vorschriften zu geben; damit kein Menschauf einigermassen gegründete Gedanken gerathenkönnte, daß in der Befolgung dergleichen Vor-schriften über äussere sinnliche Bemühungen, einTheil der Religion Christi bestehen könne. Diesesolte nemlich blos allein dazu dienen, um dengeſammten Menſchen den Weg zu zeigen und zubahnen, wie sie immer mehr und mehr ihre Gei-steskräfte erhöhen, und zu dem Ende ihre sinn-liche Begierden unterdrücken könnten. Es über-ließ daher der Heiland aus obigen weisesten Ab-sichten, die Auswahl und Bestimmung der schick-lichsten Mittel, um sich untereinander zu diesermoralischen Vervollkommung anzusetzen. Wir fin-den auch daß schon die Aposteln dergletchen Vor-schriften gegeben haben; aber nie thaten sie sol-ches in Form eines Gesetzes, sondern nur inForm eines Rathes, damit ja kein Menſch aufdie Gedanken gerathen möchte, durch derselbenBeobachtung etwas bei Gott verdienen zu kön-nen. Sie solten allein seelig werden durch denGlauben an Christum, nemlich durch die völlig-ſte Beipflichtung und Wahrhaltung ſeiner Lehre;und Bestreben, denen von ihm gegebenen Vor-schriften allein getreu zu denken, und zu handeln.Nach und nach wurden aber die verschiedentlichvon(a) 1. Br. a. d. Timoth: 4. v. 8.