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Die Carmelitcn, die unter dem Erzbischofe Wencher,zwischen 1260—84, nach Mainz gekommen waren, wurdenerst im Jahre 1290 vom Erzbischof Gerhard II. förmlichaufgenommen. Die anfängliche Wohnung war den Carme-liten bald zu enge geworden, aus welchem Grunde sie die2 Häuser zur Nofcn und zum Hirschfelder, fowie einige inder Nähe gelegene kleine Hänser uud Plätze erkauften unddarauf ein ausehuliches Kloster errichteten. Im Jahr 1516bräunte das Dachwerk der Kirche und das Seitenschiff ab.Unter dem gelehrten Lektor und Prior Arnold Leonardi, inden Jahren 1710—16, wurde das Kloster größtentheils neuerbaut uud die Kirche uach einer Seite erweitert').
Im Jahre 1720 erhalt der Convent aus dem Nach-lasse der am 22. Mai 1719 verstorbenen Marie Elisabeth,Kämmerin von Worms, Freifräulcin u. Dalbcrg, eineStiftung von 2500 st. behufs einer ewigen Messe s).
Die Kirche ist nun das städtische Kaufhaus uud dasKloster dient verschiedenen Schul- und Erziehungszwccken,der Kleinkinder-Bewahrungsanstalt, die seit 1839 besteht,und als Versammlungsort der Mainzer Abtheilung des Gr.Hess. Gewerbs-Vereins u. s. w.
Am Schiff der Kirche ist um die große Aufwiudcöffnuugim Gewölbe folgende, bis jetzt nirgends mitgetheilte Inschriftangebracht:
f anno. äni. N. 0000. IIII. m.6. trsri. t^oit. «iuw. ä' Kos»dazwischen ein Wappenschild mit einem Fisch im oberen, undschwarzem Skapulier (Turnierkragen?) im unteren Theil.
Die Familie der Boes war mit dem Geschlecht der znmJungen verschwägert.
Der Prior Simon, mit dem Familienamcn Boes, hatsomit im Jahre 1404 den Bau der Kirche und anch desnenen Klosters vollendet, wie es ^oannis ü. N. II, 839
') ^olliilliL, ü. U. II, 839-44, - Schunck, Veylr. III, 339. L.«) Orig. im Dnrmst. Siaatsnrchiu, <i. l!. Mainz 1720, Febr. 19. H<H.
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