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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band IV.

II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.

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unten und hinten bis zu einer wenig medianwärts von der Lineaobliqua, 10.5 cm unter dem hinteren Rande des Condyl. int. ge-legenen Stelle. Unmittelbar über der Tuberositas tib. beginnteine Kinne, welche ziemlich horizontal nach hinten und aussengerichtet ist. Nach einem Verlauf von 3 cm führt sie in eineabgerundete Vertiefung, deren Wandungen ebenso wie die derganzen Kinne weniger rauh und unregelmässig sind, als dieübrigen Partien der Bruchfläche. Die hintere etwas nach aussenvorspringende Partie der letzteren bildet die hintere Wand dieserVertiefung, deren Grund die Ursprungsstelle der beiden obengenannten Fissuren repräsentirt. Letztere hätten, wenn siepenetrirend geworden, d. h. bis an die Oberfläche der medialenKuochenwand gedrungen wären, zur Ablösung der ganzenhinteren Hälfte des Tibiakopfes geführt.Alle weiteren Angaben fehlen.

^^B XL A 3.

a - Schuss durch das linke Kniegelenk.

Das Präparat, welches durch Amputation des Überschenkelsgewonnen ist, zeigt einen Lochschuss durch die untere Epiphysedes Femur mit Absprengung des Condyl. ext. femor. und Fissu-riruug des Femur bis zur Amputatioussägefläche (Grenze desunteren und mittleren Drittels).S P 01 " Zielke, Jäger vom Pomm. Jäger-Bat. No. 2, verwundet

am 2. Dezember 1870 vor Paris. Eiugangsöffuung des Geschosseshinten in der Mitte der Kniekehle, Kugel wurde zwischen Hautund l'atella liegend ausgeschnitten. Amputirt am 8. Dezember1870. Tibia und Patella zeigten sich unverletzt. Ausgang:Wahrscheinlich Heilung, der Bericht reicht bis zum 1. Februar1871.

[Chefarzt Dr. Scheidemann, 3. Feldlazareth II. Armeekorps.]

XL A 4.Schussfraktur des Condyl. int. femor. sinistri.Das Präparat ist gewonnen durch primäre Amputation desFemur zwischen mittlerem und unterem Drittel desselben. DieKugel hat augenscheinlich die vordere Fläche des Condyl. int.femor. getroffen, dort einen zweithalerstückgrossen, rundlichenDefekt gesetzt und den ganzen Kondylus ohne weitere Splitterungin einem grossen 10 cm langen Stück abgesprengt.

Heinrich Krause, verwundet am 30. Oktober 1870 vorParis, amputirt am 31. Oktober 1870. Tod am 12. November. 1870.

[Dr. Friedländer, 3. Feldlazareth des Gardekorps in Villiers le Bel.J

XL A 5.

Taf. XLJ1. Fig. 1.

SchuBsfraktnr des rechten Kniegelenks.

Das Präparat zeigt eine Zertrümmerung des Condyl. ext.femor., von welchem grosse Stücke ausgesprengt sind mit Splitte-rung und Fissurirung auch in den inneren Kondyl. hinein.

Major v. Seh ... . vom 1. Württemberg. Inf. Regt., ver-wundet am 30. November 1870 durch Schuss an der äusserenSeite des rechten Unterschenkels. Primäre Amputation desOberschenkels am 2. Dezember. Am 18. Dezember 1870: Blu-tung aus dem Amputationsstumpf, Spaltung der Weichtheileentlang der Art. femor., von der Amputationsfläche aus, 3 cmoberhalb der Ligat. der Art. femor., ein walnussgrosses Aneu-rysma. Diese Arterienligatur der Art. femor. oberhalb desAneurysma und Ligatur mehrerer in den Aneurysma-Sack ein-mündender Aeste. Ausgang: Heilung.

[Stabsarzt Dr. Fetzer.J(Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr., 1874, Heft3 u. 4, S. 207 u. 208.)

Kouiplete Frakturen.(Hierzu vergl. 12.)

XL A 6.

Taf. XL1I. Fig. 2 und 2a.

Schussfraktur des linken Femur mit Fissuren ins Kniegelenk.

Araput. femor. etwas unter der Mitte desselben. Das vor-liegende Stück Femur ist bis zur Amputatiousfläcbe der Längenach in zwei fast gleiche Hälften gespalten. FinsehussötVnung 2'/acm über dem vorderen Rande des Kniegelenkknorpelsviel kleiner als die auf der hinteren Fläche des Knochens ziem-lich in demselben Niveau gelegene Ausschussöffnung. Aus-giebige Fissurirung, nicht bloss nach oben und unten, sondernauch nach aussen.

Adolf Meyer vom Hannov. Füs. Regt. No. 73, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte, amputirt am 11). August1870, Heilung gegen die Mitte des Oktober 1870.

[Dr. Vagedes.J

XL A 7.

Schuss in das rechte Kniegelenk.

Das Präparat, welches durch primäre Amputation gewonnenist, zeigt eine kolossale Zerschmetterung der unteren Epiphysedes Femur, der Condyl. ext. fehlt beinahe ganz, unregelmässigeBruchfläche, von der mehrere Fissuren ausgehen.

Jean Baptiste Linacier vom 98. Französ. Linien-Regt.,verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte durch Gewehr-schuss, amputirt am 19. August 1870. Am 22. August 1870starke Blutung aus dem Amputationsstumpf, daher Unterbindungder Femoralis unter dem Lig. Poup. 28. August 1870 aber-malige starke arterielle Blutung, daher Unterbindung der lliacaext. Tod am 4. September 1870 an Peritonitis.

[Dr. Vagedes.J

XL A 8.

Zerschmetterung der unteren Epiphyse des Femur und desCaput tibiae linkerseits.

Das Präparat ist gewonnen durch Amput. fem. 8 cm überdem hinteren Rande der Fossa intercoudyl. Vom Femur sowohlwie vom Caput tibiae sind die beiden Kondylen abgetrennt.Durch Entfernung vieler kleiner Bruchfragmente ist zwischenden Kondylen au der Gelenkfläche je ein Knochendefekt geblieben,welcher bei der Tibia ausgedehnter als am Femur ist und dortfast 2 /s der Geleukfläche beträgt. Am Femur liegt das obereEnde jeder der beiden Kondylen-Bruchlinien 7cm über dem Niveauder Gelenkflfcche; das untere Ende der Bruchlinie des Condyl.ext. tibiae 5 cm; für den Condyl. int. tibiae 8 cm unterhalb derentsprechenden Gelenkfläche.

Landwehrmann Friedrich Geda vom 2. Bat. 2. Magdeburg.Landw. Regts. No. 26, wurde am 21. Jan. 1871 bei Beifort ver-wundet. Amput. femor. am 27. Januar 1871 im unteren Drittel.

Resektionen.Primäre und intermediäre.

XL A 9.

Resectio genu sinistri wegen Streifschuss der hinterenPeripherie des Tibiakopfes. Es sind entfernt vom Femur 2'/* cm,von der Tibia 2 cm und die ratella. In der seichten Schuss-furche der Tibia Bleipartikel eingesprengt.

Korporal Jean Duval vom 50. Französ. Linien-Regt., ver-