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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Katalog der kriegs-chirurgischen Sammlung.

Band IV.

wundet am 4. August 1870 bei Weissenburg. Schuss entlangder oberen Epiphyse der Tibia und des Capit. fibulae. Am14. August 1870 ohne Verband im Lazareth Garde-Ulanen-Kaserne bei Moabit aufgenommen. Knie nicht geschwollen,nicht schmerzhaft. Feststellung des Gliedes. Eis.

Am 17. August 1870 wegen akuter GelenkentzündungKesektion, Dr. Schönborn. Vorderer halbmondförmiger Lappen.Theilweise Gangrän des Lappens. Eitersenkungen nach Ober-und Unterschenkel. Erysipelas zweimal. Am 27. April 1871nach dem Augustahospital evakuirt. Am 25. November 1871geheilt entlassen.

Am 30. November 1872 berichtet Cuignet (Plaies pene-trantes du genou par coups de feu. Recueil de Memoires deMed., de Chir. et de Pharm, milit. 1872 Novb. et Decb. p. 593):Das Glied befindet sich in starrer Extension; die Sägeflächensind jedoch nicht vollständig ankylotisch, einige leichte Exten-sions- und Flexionsbewegungen finden zwischen Femur undTibia an den ihre Sägeflächen vereinigenden fibrösen Bändernstatt; der Unterschenkel dünn, aber alle Muskeln vorhanden,das Fussgelenk in sehr ausgesprochener Ankylose. Der Fussin leichter Equinusstellung mit Einwärtsdrehung seiner Spitze.Patient kann nur mit zwei Krücken gehen, ohne den Fuss auf-zusetzen."

Vergl. Goltdammer, Berl. klin. Wochenschr. 1871 S. 150.

Vergl. Ghenu, Recueil de Mem. de Med. p. 53.

Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1875, S. 338.

Vergl. Küster, Berl. klin. Wochenschr. 1873, S. 185 No. 6.

(Der Fall ist bei Gurlt, S. 1141, beschrieben.)

XI. A 10.

Resektion des linken Kniegelenks wegen Schussfraktur deslinken Femur mit Verletzung des Gelenks.

Das Präparat besteht nur aus der unteren Epiphyse desFemur, dessen Condyl. ext. einen grossen unregelmässigen De-fekt zeigt mit einer 5 cm langen Querfurche. Von derselbenentspringen Fissuren, welche in die Gelenkfiäche hineingehen.

Wilhelm Griess vom 4. Pomm. Inf. Regt. No. 21, ver-wundet am 18. August 1870. Einschuss in den Condyl. ext.fem., Kugel im Gelenk.

Resektion am 21. August 1870, Bardeleben in Ars surMoselle. Am 26. August: Die Querwunde (es war ||Schnittangewandt) ist per primam geheilt. Am 30. August Schüttel-frost. Am 16. September 1870 Tod an Pyämie.

Die bei der Resektion im Gelenk gefundene plattgeschla-gene Chassepotkugel liegt bei.

[Feldlazareth-Direktor Kratz.]

Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1875, S. 346- No. 19.

(Der Fall ist bei Gurlt, S. 944 No. 19, beschrieben.)

XL A 11.

Resektion des linken Kniegelenks.

Das Präparat besteht aus den durch die Resektion ent-fernten, absolut intakten Kniegelenksenden und folgenden, beider Sektion gewonnenen Knochen: Patella, unteres Drittel desFemur und oberes Drittel der Tibia und Fibula. Die drei zu-letzt genannten Knochenstücke zeigen die Residuen von Osteo-myelitis. Die Sägefiäche am Oberschenkel liegt schräg nachvorn und abwärts, ihr vorderer Rand 1 cm unterhalb der Mittedes Randes der Superficies glenoidalis für die Patella, ihr hin-terer unmittelbar über dem Rande der Fossa intercondyl. DerSägeschnitt an der Tibia ist weniger schräg nach vorn ab-fallend geführt und hat nur eine ganz dünne Scheibe entfernt.

Karl Kummer vom 2. Sachs. Jäger-Bat. No. 13, verwundet

am 2. Dezember 1870 vor Paris durch Schuss ins linke Knie-gelenk. Jauchige Entzündung desselben.

Am 15. Dezember 1870 Resektion mit Erhaltung der Pa-tella. Kugel innerhalb der Kapsel liegend, ohne die Knochenverletzt zu haben. (Barackenlazareth Berlin, Professor Koenig.)Am 6. Januar 1871 Tod an Pyämie.

[B. L. d. T. F.]

Vergl. Koenig, Berl. klin. Wochenschr. 1871, S. 354.

Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1875, S. 340.

Vergl. Gurlt, S. 1004 No. 1.

Amputationen und Exartikulationen.(Hierzu vergl. 2, 3, 4, 5, 6, 7.)

XL A 12.

Primäramputation des linken Femur wegen Schussfrakturdes Kniegelenks.

Der Condyl. ext. femor. ist vollständig abgesprengt. Vqpden Bruchstücken sind nur drei kleine vorhanden.

Schammel, verwundet am 30. Oktober 1870. Amputirtam 31. Oktober 1870. Heilung.

XL A 13.

Amputatio femoris dextri wegen Schussfraktur der unterenEpiphyse mit Zerschmetterung der Patella.

Das 20 cm lange untere Ende des sehr starken Femur be-steht aus drei grossen Stücken, den beiden Kondylen, welchefast in der Mitte von einander getrennt sind, und aus dem 10cmüber den Kondylen abgebrochenen Schafte des Femur. Zwischendiesen drei Bruchstücken liegt ein grosser, sehr unregelmässigerDefekt aller Knochenschichten. Derselbe erscheint an derVorderfiäche 5 cm lang, 2 3 cm breit, hinten 8 cm lang,24 cm breit. Die Patella ist in mehrere Stücke zersprengt,von denen nur zwei vorhanden sind.

Friedrich Neumann. Das Präparat, bei dem sich nurdieser Name findet, stammt aus dem Feldzug 1870/71.

Es handelt sich augenscheinlich um eine primäre Amputation.

XL A 14.Primäre Amputation des linken Oberschenkels wegenSchussfraktur desselben mit Fissurirung bis in die Nähe desGelenks.

Daniel Tismer, verwundet am 30. Oktober 1870; ampu-tirt am 31. Oktober 1870. Tod am 14. November 1870.

[Dr. Friedländer.]

XL A 15.

Primäre Amputation wegen Knieschusses.

Präparat besteht aus oberem Viertel der rechten Tibia undFibula mit abgesprengtem Condyl. int. tibiae und seichtenFissuren bis ins Gelenk.

Bernhard Berkemeyer vom 13. Inf. Regt., verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte durch Schuss ins rechteKnie, Eingangsöffnung an der inneren Seite des Kniegelenks.Amput. transcondyl. in Ars sur Moselle.

[Oberstabsarzt Kratz.]

Andere Operationen.(Vergl. hierzu 7.)