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Katalog der kriegs-chirurgischen Sammlung.
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Band IV
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mit Nekrose der Sägefläche, ohne weitere Veränderungen. DieAmputation ist gemacht wegen einer Schussfraktur des Unter-schenkels (das bezügliche Präparat ist unter XII. A 22 einzu-sehen). Das amputirte (untere) Segment des Oberschenkelsfehlt.
Philipp Label von der 7. Komp., 7. Khein. Inf. Regts.No. 69 wurde am 14. Dezember 1870 verwundet bei Amiens(Schussfraktur des rechten Unterschenkels), beide Knochen warenfrakturirt. Am 11. Februar 1871 Amputatio femoris wegenVereiterung des Kniegelenks und der Weichtheile. Tod am20. Februar 1871 an Septicämie.
Sektion: Der rechte Oberschenkel endet im unteren Drittelin einen Amputationsstumpf mit guter Wundfläche. Aus der-selben ragt, von Weichtheilen unbedeckt, ein knapp 1 cm langesStück des Femur hervor, dessen Sägefläche missfarbig ist unddessen Peripherie beginnende Nekrose zeigt. Unmittelbar dar-über kommt ein ringförmiger, 3 mm hoher Periostsaum, starkverdickt, längsstreifig und vaskularisirt. Oberhalb dieser Stellesind das Periost und die Weichtheile gesund, Hüftgelenk frei.Vena femoralis enthält von der Unterbindungsstelle ab einengraugelben, missfarbenen Brei, der erst 2 cm unterhalb der Ein-mündungsstelle der nicht thrombosirten Profunda in eineneinfachen Thrombus übergeht. Anschwellung der rechtenInguinaldrüsen, Milztumor. Lungen, Leber, Nieren etc. ohnekrankhafte Veränderungen.
[B. L. d. T. F.J
X. A 105.
Amputationsstumpf eines rechten Femur, vier Monate nachder Operation gewonnen bei der Sektion.
Der Stumpf endet vorn fast scharfkantig, hinten ist erkuppelartig abgerundet und mit geringem Kallus bedeckt. DieOberfläche zeigt bis zu den Trochantern hinauf dicht neben-einander verlaufend feine Furchen und zahllose ganz kleineOeffnungen. Der Markkanal ist an der Kuppe nicht geschlossen.
Grenadier Heinrich Langhardt von der 5. Komp. desKaiser Franz Garde-Gren. Regts. No. 2 wurde am 14. August1870 bei Metz verwundet. 4. Oktober 1870 Amputatio femorisdextri, 30 cm unter der Spitze des Trochanter, in Doncourt.Todam 15. Februar 1871 imBarackenlazareth zu Berlin an Tuber-kulose, Vereiterung des Hüftgelenks und Beckenabszess nebentuberkulöser Pleuritis und Tuberkelablagerungen auf der Kon-kavität des Zwerchfells.
[B. L. d. T. F.]
X. A 106.
Amputationsstumpf des rechten Oberschenkels, 24 cm lang,mit ausgedehnter Nekrose, welche von der Sägefl&che aus 1 bis2 cm weit eine totale ist, während sie sich weiter oben auf diezentralen Partien beschränkt. Der ganze Stumpf bis hinaufzum Trochanter minor ist durch reichliche Osteophytenbildunguneben und rauh.
Das Präparat stammt aus dem Feldzuge 1870/71.
X. A 107.
Amputationsstumpf eines rechten Femur, sechs Monate nachder Operation gewonnen, 21 cm lang.
Die unteren 14 cm des kuppelartigen Stumpfes sind mitbimssteinartigen, muschelförmigen, sehr zierlichen, 1 cm dickenOsteophyten besetzt, die sich nach dem Trochanter major zuallmälig abflachen. Die Markhöhle ist an der Kuppe nicht ge-schlossen, es finden sich dort zwei durch ein Siptum geschiedeneOeffnungen nebeneinander, wovon die eine nach dem wirklichenMarkkanal, die andere nach einem zweiten Hohlraum in dervorderen Wand des Knochens führt. Dieser Hohlraum, dessen
vordere Umgrenzung nur durch den entsprechenden AbsAdes erwähnten Osteophytenlagers gebildet wird, ist die Xlade eines in vivo extrahirten Sequesters, der deiTheil der äusseren Lamelle der vorderen Knochenwand nsentirt.
Tambour Ferdinand Konen von der 4. Komp., 4. tyjInf. Regts. No. 17 erlitt am 18. August 1870 bei Gra*eine Schussfraktur des rechten Oberschenkels. Ampi-femoris am 19. August 1870. Sequester-Extraktion am 11nuar 1871. Tod anPyämie am 17.Februar 1871 imBatilazareth Berlin.
Sektion: Thrombose der Vena femoralis bis zumLig.fLeberabszess, eitrige Peritonitis, Lungenabszesse, eitrigepritis.
[B. L. d.T.;
X. A 108.
Amputationsstumpf des rechten Femur, sechs Monate:der Operation gewonnen, 21 cm lang, mit starker pilzartKuppenbildung und einer Aushöhlung von etwa 2 cm Durch*in der Kuppe, so dass der umgekehrte Stumpf fast mBecher aussieht, dessen oberer Rand nach aussen umgekist. Starke Osteophytenwucherung um das Stumpfende:ganze Diaphyse ist rauh und uneben. Trochanter mapseiner vorderen Fläche kariös, der vordere Theil des Kwam Gelenkkopf verfärbt, theilweise usurirt.
Leon Paysan vom 4. Französ. Linien-Regt. wurdewundet am 18. August 1870 bei St. Privat. Amputatiofe:am 24. August 1870. Tod am 16. Februar 1871 im Bar»lazareth Berlin an Pneumonia caseosa.
Sektion: Grosse Abmagerung. Der rechte Oberscltendet in der Mitte als Amputationsstumpf, in dem mehwzisionswunden vorhanden sind. Aus der Wundfläche rjfdurch Kallusmassen stark verdickte Knochenstumpf krdessen Markhöhle am unteren Ende etwa 2 cm Durchmeaiund mit grünlichem Eiter gefüllt ist. Das untere Stumj:ist 3 cm weit mit starken Kallusmassen besetzt, weitetbefinden sich zwei Stellen, wo das Periost und die oberKnochenlamellen zerstört sind. Am Trochanter major inCollum anatomicum finden sich mehrere kleine Stellen, iZerstörung tiefer eingedrungen ist. Vena profunda und:ralis mit frischen Thromben gefüllt, welche überall gutschaffenheit haben. Knochenmark ohne Veränderung,wachsung der linken Lunge mit der Pleura, der obere Lmit käsigen Herden durchsetzt, von denen einzelne vollkcierweicht sind. Milztumor. Käsige follikuläre GeschwürDünndarm: geheilte diphtherische Geschwüre im Dickdan
X. A 109.Taf. XLI. Fig. 2.
Amputationsstumpf des linken Oberschenkels, 26 cmvon der Spitze des Trochanter major ab gemessen. 1Nekrose des Stumpfes bis weit über die Mitte desselben treichend. Der dadurch gebildete Sequester ist von reicHiseine ringsum abgeschlossene, dickwandige Todtenlade billKallus umgeben und in derselben so beweglich, da-er sei leicht zu entfernen. Er lässt sich jedoch nur 1 cmherabziehen, gleichzeitig aber auch um seine AchseSeiten hin ein Stück rotiren.
Mauerlechner vom Oesterr. 11. Jäger-Bat., ver«am 3. Juli 1866, amputirt am 5. Juli 1866 wegen KomMSchussfraktur des linken Oberschenkels, gestorben am!tember 1866 an Pyämie.
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