Band IV.
II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.
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Feldwebel Joseph Riedel vom Oesterreich. 42. Inf. Regt,wurde am 3. Juli 186(5 bei Königgrätz verwundet und starbam 23. Juli im Lazaretb Görlitz an Pyäinie.
[Überstabsarzt Dr. Touseaint.]
X. A 17.Taf. XXVI. Fig. 2.Partielle Schussfraktur des linken Oberschenkelsf. p und aufsteigenden Sitzbeinastes.
Das Präparat besteht aus dem oberen Dritttheil des linken
Oberschenkels, an dem voluminöse Knochenpartien vom Tro-
chanter major und dem angrenzenden Theile des Schaftes aus-
chlagen sind, und aus dem unteren Theile des linkeu Hüft-
>r ' 11, beins, (las eine beträchtliche Absprengung vom oberen Theile
des Tub. ischii und unterem Theil des absteigenden Sitzbein-
un t„ astes, sowie ausgedehnte, grösstentheils perforirende Fissurirung
ä 1 zeigt. Die Kontinuität des Femur ist erhalten.
Soldat Kramer vom 2. Württemberg. Jäger-Bat., ver-wundet am 18. Oktober 1870. Einschuss drei Querfinger unterdem grossen Trochanter, kein Ausschuss. Es stellten sichperitonitische Erscheinungen ein, denen Patient am 7. November•rlag. Die Kugel war ins Becken eingedrungen durch dieIncisiira ischiadica minor und lag auf der Fläche des rechtenDarmbeins.
[Stabsarzt Dr. Fetzer.](Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitechr. 1874, lieft 3 u. 4.)
X. A 18.
Taf. XXVII. Fig. 3.
Partielle Schussfraktur der Diaphyse des linken
Oberschenkel«.
Die Kugel hat das Femur zwischeu unterem und mittleremDrittel getroffen, die vordere Knochenwand in 12cm Länge(9 cm über der Mitte des vorderen oberen Randes des kondylenKnorpels beginnend), in grössere und kleinere Splitter zersprengtund ist an der hinteren inneren Seite herausgegangen. Es istkeine vollständige Fraktur, sondern die hintere Wand desKnochens ist erhalten. Ausgiebige Freilegung der Markhöhle.Von der zum Theil erhaltenen Aufschlagstelle des Geschossesan der Vorderfläche des Femur geht eine 7 cm lange S-förmigeFissur nach abwärts. Zu beiden Seiten der Fissur verläuft —genau mit derselben parallel — je eine seichte schmale Rinne,bedingt durch linear fortgeschrittene Caries necrotica. Die Ent-fernung zwischen den nicht an die Fissur stossenden Ränderndieser beiden Rinnen beträgt nirgends mehr als 0,5 cm. Einezweite Fissur zieht sich — 8 cm lang — an der hinteren Femur-fläche von der Austrittsstelle des Geschosses aus leicht bogen-förmig bis nahe an den oberen Rand der Fossa poplit. DieRänder dieser Fissur zeigen ganz dieselben Erscheinungen, wiedie der zuerst erwähnten. Flache Knochenauflagerungen imHereich der hinteren Fläche des mittleren Oberschenkeldrittels,sonst keine Kalluseutwickelung.
Stephan Chakowsky, Kaiser Franz Garde-Gren. Regt.,11. Komp., verwundet am 18. August 1870, gestorben am16. September 1870 an Pyämie.
Obduktion: Missfarbige Eiterung um die Bruchstelle biszum Knie, letzteres voll Eiter, aber die Kapsel nicht eröffnet.Thrombophlebitis im Unter-und Oberschenkel, Venen des Plexusvesieal. voll puriformer Masseu, ebenso die Vena hemiazygos,Abszesse der Prostata, Milz und Lungen. Doppelseitige eitrigePleuritis.
X. A 19.
Taf. XXVIII. Fig. 1 und la.
lnkoinplete Schussfraktur der Diaphyse des rechten
Oberschenkels.Die eingekeilte Kugel wurde aus der Markhöhle extrahirt.Nach ihrem Eintritt in die Markhöhle hat die Kugel den Knochenso auseinander getrieben, dass von der hinteren und Seitenwandein 12 cm langes, an der breitesten Stelle 4,5 cm messendesStück ausgehoben, aber nicht vollständig aus dem Zusammen-hange herausgerissen ist. Dies Stück ist noch einmal über derStelle, wo die Kugel zur Ruhe gekommen war, nach hinten aus-geknickt.
Preussischer Soldat Fritz Günther, verwundet am 3. Juli1866. Amputation wegen eitriger Kniegelenksentzündung zuAnfang der siebenten Woche nach der Verletzung. Tod in derzehnten Woche durch Verjauchung des Stumpfes.
[Dr. Maenel, Lazareth Dresden.]
X. A 20.
Inkomplete Schussfraktur des rechten Oberschenkels
im unteren Drittel.
An der vorderen äusseren Seite des Knochens befindet sich3 cm über dem Rande des Kondylenknorpels beginnend, einschräg von hier nach oben, aussen und hinten verlaufender 7 cmlanger und 2 cm breiter Defekt in der Knochenwand, wodurchdie Markhöhle geöffnet ist. 3 cm oberhalb der unteren Grenzedes Loches geht eine Fissur schräg nach innen und oben spiraligum die innere Seite des Knochens herum fast bis zur Mitte desSchenkels hinauf. Die Kontinuität des Knochens ist nicht unter-brochen gewesen. Die ganze Gegend des Bruches bis hinaufzum oberen Drittel des Knochens ist mit reichlichen bimsstein-artigen Kalluswucherungen bedeckt. Die die Fissur begrenzen-den Knochenränder sind partiell nekrotisirt. Knorpel des Knie-und Hüftgelenks sind ohne wesentliche Veränderung. Dazu dasOs hyoideum.
Werner Winkel, 10. Komp. 5. Rhein. Inf. Regts. No. 65,am 27. September 1870 bei Verdun verwundet, Tod am 13. No-vember 1870 an Pyämie im Barackenlazareth Berlin.
Sektion: Schussfraktur im unteren Drittel des rechtenFemur. Vorn 8 cm über dem Kniegelenk eine eiternde Schuss-wunde, in deren Grunde man auf zackige Knochen stösst, einezweite Schusswunde sitzt etwas höher am hinteren und äusserenUmfang. Die Venen der Extremität enthalten nur flüssigesBlut. Zwischen Knochen und Muskeln ein Jaucheherd mitgelbem Eiter. Alte metastat. Abszesse in beiden Lungen mitfibrinöser Pleuritis. Milzabszess mit zirkumskripter Peritonitis.Milztumor. Periostitis purulenta der vierten rechten Rippe unddes Os hyoideum. Vereiterung des linken Knie- und Hüft-gelenks. Diphtheria coli. Perichondritisches Larynxgeschwür.
[B. L. d. T. F.]
X. A 21.Taf. XXVIII. Fig. 2 und 2a.Inkomplete Schussfraktur in der unteren Hälfte deslinken Femur.Ausgedehnte Splitterung ohne Kontinuitätstrennung. Mansieht an der Hinterfläche des Femur 5 cm über dem Knorpel-rande der Fossa intercondyloidea post. einen oblongen 4 cm hohenund 2 cm breiten Defekt, welcher in die Markhöhle führt, vornaber durch die vordere Wand der Kortikalis geschlossen ist. Amäusseren und oberen Umfange sitzen noch lose schmale Splitter.Von dem oberen inneren Winkel dieses Defektes aus zieht
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