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Katalog der kriegs-ehirurgischen Sammlung.
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Karl Dolwsky, 1. Komp. Ostpreuss. Pion. Bats. No. 1,verwundet am 14. Dezember 1870 bei Mezieres durch Schuss.Tod am 6. Januar 1871 im Barackenlazareth Berlin an Pyämie.
[B. L. d. T. F.]
Komplete Frakturen.(Vergl. VII. A 13, 16, 17, 15.)
VII. A 5.Schussfraktur des linken Handgelenks.
Das Präparat zeigt Folgendes: An dem in einer Längevon 7 cm abgesägten unteren Ende der Ulna: Karies der ganzenPartie des Kapitulum, welche in der Norm mit Knorpel über-zogen ist. An dem in einer Länge von 8 cm abgesägten un-teren Ende des Radius: Karies der ganzen Cavitas glenoidal.lateralis sowie des grössten Theiles der Cavitas glenoidal.infer. und zwei Fissuren. Dieselben beginnen auf der zuletztgenannten Gelenkfläche und gehen, in einem Abstände von72 cm parallel verlaufend, auf die Dorsalfläche über. Die ulnar-wärts gelegene misst 3*/ä cm, die andere 0 cm. An den Hand-wurzelknochen partielle Zertrümmerung bezw. durch Kariesbedingte Zerstörung. Os hamatum und capitatum am wenigstenbetroffen. Von den übrigen Knochen dieser Gruppe nur nochunkenntliche Knochenstücke vorhanden. Von den fünf Mittel-handknochen ist nur der erste beschädigt. Es fehlt die Basis,welche vorwiegend durch Karies zerstört ist. An der unterenHälfte, namentlich am Kapitulum mehrere Fissuren. An derOberfläche des letzteren ausserdem eine kariös zerstörte Stellevon 1 cm Ausdehnung in die Länge und Breite.
August Schulz vom Königs-Gren. Regt. (2. Westpreuss.)No. 7, verwundet am 6. August 1870 bei "Wörth. Am 29. AugustAmput. antibrach, mittelst Lappenschnitts durch Prof. Esmarchim Barackenlazareth Berlin. Am 4. September 1870 Tod durchPyämie.
Sektion: Das Knochenmark auf der Sägefläche ist miss-farbig, die Venen am Arm enthalten flüssiges Blut. Metastat.Abszesse in beiden Lungen. Doppelseitige flbrinös-eitrige Pleu-ritis. Milztumor.
[B. L. d. T. F.]
(Vergl. Deutsche militärärztliche Zeitschr. 1876 S. 196.)
VII. A 6.
Schussfraktur der Handwurzelknochen der linken Hand.
Das Präparat besteht aus den unteren Enden des Radiusund der Ulna, die von der Kugel nicht berührt sind, aus denfünf Metakarpalknochen, von denen namentlich der dritte fastseine ganze obere Gelenkfläche verloren hat, und aus den mehr-fach defekten, zum Theil zertrümmerten, zum Theil kariös zer-störten Karpalknochen.
Pierre Bonnel vom 77. Französ. Linien-Regt., verwundetam 6. August 1870 bei Saarbrücken. Amput. antibrach, sin.am 26. August 1870 durch Prof. Esmarch im BarackenlazarethBerlin. Am 24: November 1870 geheilt evakuirt zum Gefan-genendepot nach Stettin.
[B. L. d. T. F.]
(Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1876 S. 194. Die hier ge-machten Angaben weichen nicht unerheblich von den obigen ab.)
Resektionen.
Totale: vacat.
Partielle.
VII. A 7.
Resectio manus sin. wegen Schussfraktur der unteren Epi-
physe des Radius in der Länge von 6 cm. Es sind die untere
Epiphyse der Ulna und zwölf Splitter vom unteren Radiusvorhanden.
Soldat Launay Francois vom Französischen 14. %garde-Bat., wurde am 30. Oktober 1870 bei Le Bourget dueinen Schuss am linken Handgelenk verwundet. Eingm.Öffnung auf der Dorsalfläche 4 cm oberhalb des Gelenks, |gangsöffnung auf der Volarfläche dicht unterhalb der Gelen,falte. Fraktur des Radius. Am 22. November 1870, also24. Tage nach der Verletzung, Resectio manus, zwei seitfcLängsschnitte durch Prof. Hueter im Etappenlazareth zu \martin. Es wird die untere Epiphyse der Ulna in einer Lauvon 5 cm und die in einer Ausdehnung von 7 cm zersplitteuntere Radiusepiphyse entfernt. Eine Nachblutung machtest»die Unterbindung der Brachialis nöthig. Heilung.
[Dr. Strulit
Chenu S. 646: „Pourriture d'höpital; Pseudarthrose avecbilite extreme, perte absolue de l'usage de la main et des doigti-
(Vergl. Deutsche militärärztliche Zeitschrift 1876 S. 174)
(Der Fall ist bei Gurlt, S. 1136 No 5, erwähnt.)
VII. A 8.
Resektion des linken Handgelenks wegen Schussfratdes Proc. styl, radii.
Das Präparat besteht aus der unteren Epiphyse der Vor»armknochen und der ersten Reihe der HandwurzelknoeRadiusepiphyse mehrfach gesplittert.
Musketier Simon Jagodzinski vom 7. Pomm. Inf.RNo. 54, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte.Kugel ist nahe am lateralen Rande der Volarfläche der unt?Radiusepiphyse eingedrungen und hat den Radius in fSplitter auseinandergesprengt. Ein Spalt geht von der 8pdes Proc. styl, radii in halbmondförmigem Bogen parallel |Rande der Cavitas glenoid. infer. in einem Abstände von 1 .auf der Dorsalseite bis an den Rand der Incisura ulnaris hinauf der Volarseite nur bis etwa 1 l j\ cm von dem Rande ditIncisur. Am 27. August 1870 Resectio manus durch ProfeSchönborn im Reservelazareth Moabit. Es sind vom Ha:'4 cm, von der Ulna 2 3 /4 cm entfernt, ausserdem das Os iculare, lunatum und triquetrum, welche vollständig irwaren.
Endresultat 1875: Die Finger sind steif, die Hand tnicht geschlossen werden. Pat. kann mit derselben weder ■fassen oder heben, noch auch sonst irgend welche Verrichte.ausführen.
(Vergl. Deutsche militärärztliche Zeitschrift 1872 8. 59tBericht über die Thätigkeit des Keservelazareths in der Garde-DkKaserne zu Moabit von Dr. Goltdammer. — Deutsche militärärt!Zeitschrift 1876 S. 184.)
(Der Fall ist bei Gurlt, S. 924 No. 11, beschrieben.)
VII. A 9.
Res. man. sin. wegen Schussfraktur. Das Präparat besaus den unteren Epiphysen der Vorderarmknochen und eilSplittern von dem zerschossenen Proe. styl, ulnae.
Musketier Karl Kober vom 4. Brandenburg. Inf. INo. 24 erhielt am 16. August 1870 bei Vionville einen G«schuss am linken Handgelenk. Es war ein 5 cm langer Stschuss in der Gegend des Proc. styl, ulnae vorhanden, denden Knochen nur gestreift zu haben schien. Bei spätererersuchung zeigte sich die Ulna zersplittert. Am 6. September.Resektion des zertrümmerten Ulnarendes in der Ausdekvon 4 cm, der Radiusepiphyse von 4 '/■.> cm. Karpalb»bleiben stehen. Prof. Schönborn. Anfang Dezember Seider Wunde. Am 27. Februar 1871 geheilt entlassen.
Endresultat 1875: Handgelenk ist nicht steif und seil.
Band IV
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