Band IV.
II. Abtheilang: Beschreibung der Präparate.
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IV. Oberarm.
A. Schussverletzungen.Primäre Verhältnisse.
Kontusionen, Absprengungen, Lochschüsse,
partielle Frakturen.
(Hierzu vergl. IV. A 9 und 11.)
IV. A 1.
Liukes Caput hum. mit etwa thalergrossem Defekt undFissuren, dazu zwei Stücke vom Akromion.
Sergeant Louis Doussin vom 7. Franz. Linien-Regt., ver-wundet am 31. August 1870 bei Noisseville durch Schuss indie linke Schulter. Die Kugel ist in der Regio supraspinat.Kecken geblieben und durch Inzision entfernt. Res. hum. am1. September 1870, bei welcher auch zwei Frakturstiicke desAkromions entfernt wurden.
Notizen über den Verlauf und Ausgang fehlen.
[Chefarzt Dr. Hoehgeladen, 9. Feldlazarett I. Armeekorps.]
IV. A 2.
Linker Oberarmkopf mit etwa markstückgrossem ober-flächlichen Defekt in der Gegend des Tuberc. majus. KeinerleiItcaktionserscheinungen, es handelt sich augenscheinlich umein Präparat einer primären Resektion.
Das Präparat stammt von einem im Feldzuge 1870/71 imLazareth zu Noveant operirten Französischen Soldaten.
Alle weiteren Angaben fehlen.
[Chefarzt Dr. AVolff, Kriegslazareth Noveant.]
IV. A 3.
Caput hum. sin. nicht frakturirt, nur gestreift.
Grenadier Friedrich Mohr vom 1. Garde-Regt. z. F., ver-wundet am 18. August 1870 bei Gravelotte. Eingangsöffuungan der äusseren Seite der linken Schulter, Ausgangsöffnungüber der linken Skapula. Resektion des Caput hum. am21. August 1870 zu Ars s. M. Geheilt.
Endresultat 1875: Das fehlende Knochenstück hat sichersetzt; passiv ganz freie Beweglichkeit, aktiv keine; dieübrigen Gelenke normal.
[Oberstabsarzt Dr. Kratz.](Der Fall ist bei Gurlt, S. 625 No. 1, beschrieben.)
Koinplete Frakturen. 1 )
IV. A 4.
Oberes Ende des rechten Humerus. Die hintere Hälftedes Kopfes ist vom Sulc. intertubercul. an abgesprengt; mehr-fache Fissuren, von denen zwei nach vorn und unten 6 cm unterdem Kopf zusammenlaufen; Fraktur 9 cm unter dem Kopf, t?- 1
Joseph Kesselheim vom 29. Inf. Regt., verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte. Eingangsöffnung an deräusseren, Ausgangsöffnung an der hinteren Seite der Schulter.Resektion am 24. August 1870 zu Ars s. M. Frakturlinie desHumerus setzt sich etwa 9 cm in die Diaphyse fort. Tod am28. August 1870 an Pyämie.
[Oberstabsarzt Dr. Kratz, Kriegslazareth Corny.]
(Der Fall ist bei Gurlt, S. 747 No. 156, beschrieben.)
J ) Hierzu vergl. IV. A 8 und 12 und V. A 7.
IV. A 5.Taf. XII. Fig. 1, la—le.
Schussfraktur des rechten Oberarms mit den Kugelfrag-menten, dem Amputationsstumpf in Gypsabguss und einem voneiner früheren Verletzung herrührenden, vom Cond. ext. ab-gesprengten Knorpelknochenstück.
Der Festungsgefangene Kruse zu Minden wurde am
4. September 1873 bei einem Fluchtversuch verwundet. Schussaus grosser Nähe aus einem Zündnadelgewehr. Amputirt am
5. September 1873. Geheilt.
Die Kugel hat an der vorderen Fläche des Humerus 5 cm(l 3 A Zoll) über dem Gelenk eine fast kreisrunde Einschuss-öffnung gesetzt, den Knochen auseinandergetrieben und istdann, in zwei grössere deformirte Theile gespalten, zwischenden Trümmern liegen geblieben, ohne eine Ausschussöffnungzu bilden. — Das vom Cond. ext. abgesprengte Knorpelknochen-stück von Gestalt eines zweiwurzligen Backenzahns ist dasResultat einer früheren Verletzung, es wurde gelegentlich beider Untersuchung des amputirten Armes gefunden. Kruse hatteals 14jähriger Mensch einen Fall erlitten; trotz sofort ein-gerenkter angeblicher Luxation blieb der Arm acht Wochenlang steif. Jedenfalls ist bei dieser Läsion das qu. Knochen-stück, das durch einen fibrösen Strang mit dem Cond. ext.zusammenhing, losgelöst worden.
Resektionen (primär und intermediär).')IV. A 6.
Cap. hum. dextr. in viele Stücke zertrümmert; dazu einStück der Cavitas glenoidal. der Skapula.
Lieutenant v. Basse vom 13. Inf. Regt., verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte durch einen Schuss durch dasSchultergelenk rechts. Resektion am 20. August 1870 zuArs s. M. Bedeutende Infiltration der "Weichtheile. Tod am2. September 1870 an Pyämie.
[Oberstabsarzt Dr. Kratz, Kriegslazareth Corny.]
(Der Fall ist bei Gurlt, S. 746 No. 149, beschrieben.)
IV. A 7.Taf. XIII. Fig.
1.
Resezirtes linkes Cap. hum. mit darinsteckender Kugel.Unbedeutende Fissurirung.
Füsilier Bernhard Heinzen vom 73. Inf.Regt., verwundetam 18. August 1870 durch eine Französische Kugel am linkenSchultergelenk. Eingangsöffnung an der hinteren Seite desSchultergelenks, Ausgangsöffnung fehlt. — Res. hum. am20. August 1870 in Ars s. M. — Die Kugel ist am vorderenEnde kolbig und zeigt mehrere von Knochenvorsprüngenerzeugte Spalten und Einrisse. — Tod am 5. Oktober 1870 anPyämie und letaler Blutung.
[Oberstabsarzt Dr. Kratz, Kriegslazareth Corny.]
(Der Fall ist bei Gurlt, S. 752 No 195, beschrieben.)
IV. A 8.
Linker Humeruskopf und Schaft in Ausdehnung von 13 cmresezirt; drei grössere und mehrere kleinere Fragmente. DieSplitterung reicht hinauf bis zum anatomischen Halse.
i) Hierzu vergl. IV. A 1, 2, 3, 4.