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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
Entstehung
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Sektionsbefund: Eitrige Meningitis; von dein Loche ausragt ein 1 cm langes Knockensegment in die Hirnsubstanz undreicht mit seiner Spitze in einen walnussgrossen Abszess hinein;der rechte Seitenventrikel sowie der dritte und vierte Ventrikelmit Eiter gefüllt. Ueber den Verbleib des Haupttheils derKugel nichts zu eruiren.

[B. L. d. T. F.]

1. A 25.

Schädeldach. Ueber dem rechten Margo supraorbital, einhalbkreisförmiger schmaler Defekt, von dessen oberem Umfangeeine Fissur durch die ganze Dicke des Stirntheiles des Stirn-beins herauf bis zum linken Theile der Sutura coronalis geht.Die Fissur ist fast vollständig konsolidirt, jedoch so, dass derlinke Theil des Stirnbeins in der Nähe der Orbita fast 2 mmhinter dem rechten Theile zurücksteht.

Füsilier Franz K e d i n g vom Kaiser Franz Garde-Gren.Regt. Xo. 2, 0. Komp., verwundet am 18. August 1870 beiSt. Privat; am 10. Oktober 1870 kommt er zum Baracken-lazareth des Tempelhofer Feldes; seit dem 26. Oktober 1870meningitische Erscheinungen, krampfhafte Kontrakturen derKiefer- und Bauchmuskeln. Tod am 29. Oktober 1870.

Sektion: Arachnitis purul., Abszesshöhleu in der Gehirn-substanz, Zerschmetterung der Pars orbital, dextr., der Laminacribrosa und des Ilamulus, Fissur in die Basis cranii hinein.Von der Kugel wurden nur kleine Partikel gefunden.

[B. L. d. T. F.J

I. A 26.

Eine Anzahl Knochensplitter und eine Chassepotkugel,welche von einer Schädelschussfraktur der Fossa temporal, her-stammen und bei der Obduktion auf der Schädelbasis gefundenwurden. Die Kugel lag auf dem Bande der Sella turcica.

J. C.Marquardt vom 46. Inf. Regt., verwundet? gestorbenam 8. November 1870 im Barackenlazareth des TempelhoferFeldes.

Sektion: lliruabszesse.

[B. I,. d. T. F.J

1. A '27.

Schädeldach, auf dessen linkem Scheitelbein sich ein 5 cmlanges und 2 cm breites Loch befindet, von dessen Umfangeeine Fissur nach vorne geht und zwei nach hinten, alle dreiFissuren durch die ganze Dicke des Knochens.

Grenadier Anton Gärtier erhielt am 30. Oktober 1870einen Schädelschuss, welcher Aphasie und am 20. November 1870den Tod zur Folge hatte.

Sektionsbefund: Ausser den angegebenen Knochenver-letzungen Zerstörung der dritten Hirnwindung des Sehläfen-lappens.

[3. Feldlazaretli des Gardekorps, Generalarzt Dr. v. Stuckrad.]

Frakturen im Bereich der Mesiclitskiioclien.

I. A 28.

]( j e l Schussfraktur des Unterkiefers. Das Mittelstück zeigt eine

n in der Richtung der Spina mentalis verlaufende einfache Frak-tur, beide aufsteigenden Aeste zeigen Fraktur mit vielfacherSplitterung.

Lambert, Franzose, verwundet am 30. November 1870.Eintritt der Kugel am rechten Querast der Mandibula in derHöhe der Art. max. ext. Zerreissung der Weichtheile am Bodender Mundhöhle und der Zunge; Austritt nach Zerschmetterungdes Mitteltheils und Querastes der linken Seite. Häufige arterielleBlutungen aus der zerschossenen Zunge, vergeblicher Versuchin dem infiltrirten Gewebe die Art. lingualis und carotis ext.zu unterbinden.

Gestorben am 21. Dezember 1870 an Entkräftung infolge

Unvermögens zu schlingen.

[Stabsarzt Dr. Fetzer.](Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1874, Heft 3 und 4.)

I. A 29.

Unterkiefer, in der Mitte frakturirt, der Proc. alveolarisdes linken Ramus horizontal, fehlt, sowie der innere Knochen-rand des noch erhaltenen äusseren Theiles des Rain, horizontal.

Johann Christian Schulz vom 2. Garde-Regt. z. F., ver-wundet am 18. August 1870 bei St. Privat durch einen Schussin den rechten Oberschenkel und einen Schuss in den Unter-kiefer; gestorben am 20. November 1870 im Barackenlazarethdes Tempelhofer Feldes an doppelseitiger Pleuritis.

Sektion: Schussöffnung in der Fossa submaxillaris, welcheam frakturirten Unterkiefer vorbei gegen den Larynx hin ineinen bis zu den linken Halsmuskeln führenden Eitergang' führt,in dessen Grund ein difformes Bleistück sitzt. Larynx undHalsvenen unverletzt. Pleuropneumonia duplex purulenta, Milz-tumor.

IB. L. d. T. F.]

1. A 30.

Nasal- und Orbitaltheil des Stirnbeins herausgesägt. Zer-schmetterung der Pars nasal, des Stirnbeins, der horizontalenSiebbeinplatte, der Crista galli und der Innenwand der rechtenAugenhöhle.

Karl Stephan vom Schles. Füs. Regt. No. 38, verwundetden 3. Juli 1866 durch Granatsplitterschuss. Vollkommen gutesAllgemeinbefinden bis zum 4. März 1868, dann starke epilepti-forme Anfälle, nach deren mehrmaliger Wiederholung am6. März 1868 der Tod erfolgt.

Sektionsbefund: Zerstörung der Nervi olfactorii, Hirnhäutenicht verletzt, kein Hirnabszess, Gehirnsubstanz ödematös.

[Stabsarzt Dr. Halm, Garnisonlazareth Berlin]

I. A 31.

Margo supraorbital, dext. mit angrenzender Pars perpen-dicular. und Pars horizontal, des Stirnbeins; Halbkanal durchAbmeisselung der vorderen Wand des Schusskanals entstanden,an dessen innerer Seite am äusseren Ende ein Bleistück ein-gekeilt ist; dazu Helmschirm mit besonderer Eintritts- undAustrittsöffnung der Kugel in der Ebene des Stirnbeins.

Reservist Mann vom 2. Schles. Inf. Regt. No. 23, ver-wundet am 6. September 1869 beim Manöver; an der Stirndicht über der Glabella befindet sich die runde Eingangsöffnung,oberhalb des äusseren Endes der rechten Augenbraue die Aus-gangsöffnung; Länge des Schusskanals 2 >/ 4 Zoll. Am 15. Febr.1870 epileptiforme Anfälle, welche am 5. April den Tod herbei-führten.

Sektion: Entsprechend der perforirten Stirnwand Er-weichungsherd der Gehirnsubstanz.

[Generalarzt Dr. Protz.]

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