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denn die durch Redefiguren blümende Ornamentierung ist über-haupt nicht seine Stilart. Darum hat er dieses Motiv nicht zur Ver-künstelung übertrieben und dehnt auch nicht die Wiederholung aufmehrere Begriffe, mit Aneinanderreihung oder Verschlingung, aus,sondern er hebt nur ein einziges Wort hervor. Ihm dient die Wieder-holung meistens zur Verdeutlichung und zur Hervorhebung desSinnes. Hilfe für seine Seelennot um den Gral ist Parzivals Leitge-danke auf seiner trostlosen Irrfahrt, Hilfe ist auch das Leitwort imIX. Buch, in dem erzählt wird, wie er den Helfer Gott sucht undfindet: 442, 9. 447, 29. 30. 450, 20. 21. 451, 13. 18. 20. 21. 22 (zwei-mal). 452, 5. 8. 460, 30. 461, 13. 23. 24 (zweimal). 25. 26. 30 (zwei-mal). 462, 1. 10. 15. 16. 468, 9, vgl. auch Willeh. 4, 4-8. DieGottesliebe bringt die Erlösung und minne ist das Schlagwort456, 17-20. 465, 29. 466, 4. 5. 6. 9; geclanc wird wiederholt inder Belehrung über die Bedeutung der Gedanken für das Buß-werk 466, 15-29; maget 464, 5. 13. 15. 19. 24-27, sünde465, 5. 6, erbarmen 465, 7. 8, triuwe 465, 9. 10, gräl 468, 10. 12.14. 15. 22. Die Wiederholung ist ein nachdrucksvolles Stilmittel inder geistlichen Beredsamkeit und so ist ihre Verwendung in diesemIX. Buche des Parzival, das sich in religiösem Gedankenkreisebewegt, ihrer Bestimmung angemessen. Ein Wortspiel ist pflegent— pfliget — pflac Parz. 4, 27^5, 1 am Beginn der Erzählung (vorhergeht die Einleitung). Keine rhetorische Bedeutung haben Fällewie touf 111, 8. 9, haz 114, 6. 18. 19. 21, minne 115, 13-20, buoch115,26—116,1, jämer 117,6.7.11: hier hat nur der Sinn derbetreffenden Stelle die Wiederholung veranlaßt. Dagegen ist dieHäufung von minne 76, 23—30. 77, 14—18 und grüezen, tröst,triwe 715, 1—9 1 ein beabsichtigter Sprachschmuck um die beidenLiebesbriefe zu dekorieren, und es ist. bezeichnend, daß der dritteBrief, der von Gahmuret an Belakane, von derartigen Blümungenfrei ist, denn er ist kein Liebes- sondern ein Abschiedsbrief.
Ein inhaltlich bedeutsames Kunstmittel aber hat Rudolf dochWolfram abgelauscht und hat damit, seinermanierierenden Rich-tung entsprechend, reichlich gewuchert, das ist das Tageszeiten-motiv. Wolfram gibt den Vorgängen seiner Erzählung festereUmrisse dadurch, daß er sie in den Verlauf eines bestimmtenZeitabschnittes hineinsetzt 2 . Mit wenigen, doch zuweilen stark
1 Vgl. Singer, Wolframs Stil, S. 21.
2 Alfred Biese, Die Entwicklung des Naturgefuhls, S. 105L; ElsaLina Matz, Formelhafte Ausdrücke in Wolframs Parzival, Diss. Kiel 1907,