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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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in der lockeren Art seines Versbaues sich vielmehr zu Epigonen wieSeifrid Helbling und Ulrich von Eschenbach stellt, mit dem er, wiewir sahen, ja auch mancherlei sprachliche Berührungen aufweist. Ausspäterer Zeit (1460) ließe sich aus der geistlich dramatischen Literaturdas rheinische Osterspiel zum Vergleich heranziehen, s. H. Rueff, aaO ,S. 60f. Den Vers Ulrichs im Wilhelm v. Wenden hat HaksPaul, ZfdA. 55, 349 in Kürze charakterisiert. Wir finden in unsererDichtung im Prinzip die gleichen Füllungsfreiheiten der Takte und derKadenz, stehen aber auch hier wie dort vor derselben Schwierigkeit,nämlich überall «zum authentischen Wortlaut durchzudringen»; ja dieEinschichtigkeit der Überlieferung, die Unmöglichkeit einer Vergleichungmit einem zweiten Werk desselben Verfassers, schließlich die Unsicher-heit einer Datierung innerhalb engerer Grenzen verstärken dieses Momentnoch bedeutend in unserem Falle. So haftet denn auch den folgendengedrängten Zusammenstellungen ein subjektives Element an.

Wir wissen, daß die Einleitung v. 140 und das Schlußstück derDichtung etwa von v. 2929 ab bis 3078 u. 31263129 dem deutschenBearbeiter zugehören. Es empfiehlt sich, diese beiden Abschnitte zunächstins Auge zu fassen.

A. Die Einleitung v. 140.

Als vierhebig klingende (Heusler: iuv) gelten uns die Reimpaare:1 f. 7 f. 11 f. 23 f. 31 f. 35f., also 30°/o; als dreihebig klingende (Heusler:k) : 17 f. 29 f. 33 f. 37 f., also 2o°/o. Das Verhältnis der beiden klingen-den Typen zu den (20) vierhebig stumpfen (Heusler: mv) Versen istdemnach gerade 1 : 1, eine überraschende Feststellung.

Auftakt: auftaktlos 10 v., einsilbigersteht 25 mal, zweisilbiger fünfmal(v. 11. 24. 35. 36. 38).Auftaktbildung überwiegt 3 : 1.

Schwere Taktfüllung zeigen: v. 6. 16. (fründin ein), 17. und 36.(ander ge), 22. (herreu über), 25. (blieb werde; oder werde? s. v. 2833 heiß[vb.] im Reim) 1 , 31. (gnade mit), 35. (sinne von sünilichen; oder sinnevon sunil'ichen?). Leichter 1 (der Dichter wird wolnt gesprochen haben).14 selbe %u, 30 slnde %u. 27 fllmsclsen in.

Einsilbiger Takt (beschwerte Hebung) nur v. 40, 3. Takt einKompositum: khlgheit und vielleicht 35 süntlichen (2. Takt).

B. Die Schlußpartie v. 29293078 und 31263129 = 154 v.Ich notiere mir 10 vierhebig klingende (wv) Reimpaare 2 = 20 v.,also ca. i3°/o; dreihebig klingende (k) nur 3 (2967 f. 2975 f. 3001 f.)= 6 v., also ca. 4°/o. Die Zahl der vierhebig stumpfen (mv) Verse (128)

1 Möglich wäre auch die Rhythmisierung xS^C x'^< x|y< X|-^-, also einer jenerzahlreichen Fälle, wo man zweifelhaft sein kann.

2 Ein unzweifelhaftes 3057^