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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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Die stilistische Eigentümlichkeit, daß mitten in der Rede auf denAngeredeten in der 3. Person Bezug genommen wird (vgl. Kudrun 1340,4) findet sich hier v. 163, wo es natürlich leicht, aber m. E. falsch wäre,zu schreiben: So ir Keyser, vgl. auch den Wechsel der 3. und 2. Personv. 23452348.

Hingewiesen sei auf den Gebrauch des mhd. Präs. bist. v. 187 f.6o7f. 707. 1364. 1367. 2898; vgl. Herchenbach, Das Präsens histori-cum (Palaestra 25) bes. S. 62.

Ein Wort verdient die Art der Einführung der direkten Rede, die inder Dichtung einen ziemlich breiten Raum einnimmt; a) Das inquit stehtvoran: 161. 225. 235 und häufig; mehrmals außerhalb des Verses z. B. 663.1656. Die Redeankündigung kann i'/s2 Zeilen umfassen, ja in derPeriode 585588 ist ihre zweite Zeile von der ersten sogar durch die ersteZeile der Rede getrennt (umgangssprachliche Konstruktion), b) Die Rede-ankündigung folgt auf den ersten Satz der direkten Rede, so daß diese da-durch zerrissen erscheint: 75. 396. 1964. c) Das inquit steht hinter demersten oder zweiten Wort der Rede: 231. 419. 447. 449. 472. 7S7. 829.1089. 1403 usw. d) Redeeinführung sowohl vor als am Schluß der Rede:1031 1033, worauf ohne Redeankündigung die zweite Person (alsoDuett) einfällt, e) Inquit mit und ohne Also hinter der Rede: 1094.1943. 2129. f) Freie Redeankündigung (W. Schwartzkopff, Redeund Redeszene, Pal. 74, S. 109fr.): 397 f. i07if. 1398. 1404^1705. 1712. 21502152; wohl auch 2414. 2715, wo das inquit demSchreiber zufallen wird, g) Redeeinführung fehlt, besonders in Gliederneines Dialogs. Vgl. v. 421 u. 425 im Dialog, der sich von 415 bis 436erstreckt nach dem Schema AB ABAB A.; hierin illustriert das dritte undfünfte Glied (eben die angezogenen Verse) unseren Fall, während dasletzte nach d), das erste, vierte und sechste nach a), das zweite nachc) gebildet sind. S. ferner 1095 ; 1643 :1646 als B-Glieder im Dialogschema

ABAB. 1754; 2160; 2581 = 2582 wieder die inneren Glieder eines Dialogs

(2567-2388) ABAB. " '

Die Persönlichkeit des Dichters tritt, wennschon nicht so grell alsin manchen andern Spielmannsgedichten, doch genügend hervor a) inAnreden an das Publikum: 1 (rhetor. Frage). 82. 481. 487. 1483 (rhetor.Frage). i52if. 1922. 1923.1929. 2032 (rhetor.Frage). 2357 (rhetor. Frage).2358. 2728. b) In Quellenberufungen, Beteuerungs- und Verwünschungs-formeln: 2528 (konkrete Quellenangabe). 1014. 1217. 1598. 1697.1742. 1882. 2007. 2430. 2604. 2887. c) In kurzer Reflexion und Be-lehrung: 297 f. 317 f. 361 f. 411 414. 484486. 1491 f- 1765. d) InVerweisung auf die Zukunft: 165 f.

Was die Metrik anbetrifft, so wird dem Leser des Johan alsbaldklar werden, daß der Verfasser (resp. Bearbeiter) der Dichtung nichtein Nachtreter der strengen Richtung Konrads von Würzburg ist, sondern