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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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Größer ist das einschlägige Adjektivmaterial. Zu den bereits in denobigen Bindungen angezogenen halt, fry, from, stol^, vermessen seienfolgende hinzugefügt: ellenthaft: dem el. man 881, sonst nur noch in dertypischen Verbindung mit e. haut 2826; elleniriche: Ruprecht der e.2659 (: verwegentliche). degenlich (adv.) : Frankrich 1523. vri:Substantiv, die selbe frye (: amye) 12, der frye (: Marie) 2033; attrib. vor-angestellt: der frye Lamelot 1731; nachgestellt im Reim: keyser f. 81,dochter frye (: Clarifssje) 148, ritter stolt^ und f. 2240, hemmerer frye (:bye)2539; degen f. 2609, konig edel vnd fry 2831. Die Bedeutung ist durch-aus die ursprüngliche «hochgeboren, aus edlem Geschlecht». mere(mxre): Jungherre m. (: ere) 415, hell in. (: were) 455, brache m. (: spere)1207, also auch bei Dingen, aber s. oben S. 45 unter II c), ungehiure:der u. hnabe (d. h. der Riese) 1415. u^erkorn : beide u. 261 im Reim. wie erhant: helt tu. e. 3049 (Eilhard, Tr. 952, erhant allein Berger,Orendel 2336). wolgetan: halsperg zu. 85, der alle w. 2513.

Von anderen Beiwörtern will ich noch anführen: gemeit, das vonbelebten Wesen (einschließlich Tieren) wie unbelebten gebraucht wird,also wie bei höfischen Epikern 1 , und stets im Reime steht: subst.der gemeyt 1204 (aber wohl zu amendieren in der helt gemeyt); attrib.dochler g. n 14, ein ros g. 1056, poulon g. 2027. geil: der ritter g.2553. vrech : die vßerwelten frechen man 1661, der f. man 2018.Da es sich um eine rheinische Dichtung handelt, interessiert die häufigeVerwendung von vin, klar und kluog: von klarem, liebten golde vyn 87,von gesteyne vyn 156, bare fyn 883; kn oben edel vnd f. 1063, lieber ritterf. 2769, s. Lehnert, aaO., 121 f. klar: von klarem ... golde 87, ge-wepen dar (Hs. dar) 2360, lamel. . .dar stehelin 101, heim oder schilt soklare (: ^ware) 575; clare jungfraioen 342, jungherre klar (: jar) 469,jungelinge vil claren (: waren) 768, maget dar (: jar) 476. kluoc : keyserkl. (:gnng) 1083, jungfrawe klug 2620, spiele klug (: genug) 2904.

Von «unhöfischen» Verben wäre nur anzuführen: gedagen 187.2961, beidemal im Reim zu sagen und in einer für Spielmannsdichtungenbezeichnenden Phrase zur Herstellung eines Übergangs zu einem neuenAbschnitt.

Alliterierende Formeln erstrecken sich über das ganze Gedicht: hutvnd bar 193. 571, leben vnd lip 646. 3044, wasser vnd vjynt 647, lutvnd lant 2682, laster oder leyt 2399, mage vnd man 2649, gebot vnd bat3036. Vgl. auch den Anruf: bilff, beyliger beylant 1552. Formelhaftist auch mort raup vnd brant 630 (im ndl. Volksbuch [V.] an entsprechenderStelle 6 ra , Z. 5 nur roof ende brandt wie im Gedicht v. 2336); wallenvnd barfuß 1162 (vgl. Berger, Orendel 3103). Zu 1199!*. Zu derporten was ym gach \ Manig getruwer segen wart yme nach, vgl. Bae-

* W. Lehnert, Die Anwendung der Beiwörter in den mhd. Epenvon Ortnit und Wolfdietrich, 1910, S. 29.