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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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des Jahrhunderts in Betracht. Und kann man die in der Quelle nichtvorhandene und hier (v. 809 812. 990. 999) so stark betonte Einführungder Marterwerkzeuge Christi in Zusammenhang bringen mit ihrer Auf-nahme unter die Reichskleinodien durch Karl IV. (s. E. Schröder, AfdA.46, 152), so führte dies in dieselbe Zeit.

Ich habe mich nicht entschließen können, den Text in der Gestalt,wie ihn die einzige Hs. bietet, abzudrucken, sondern vielmehr versucht,ihn mit Hilfe von einschlägigen (Wormser, Oppenheimer) Urkunden des14. Jahrhunderts und dem aus den Reimen gewonnenen Lautbild derals wahrscheinlich erschlossenen Abfassungszeit anzupassen. Vielleichthabe ich in einzelnen Punkten zu stark normalisiert rheinhessischeUrkunden zeigen ja schon in dieser Periode ein ziemlich buntes ortho-graphisches Bild, in anderen den Schreiber nicht genügend eliminiert.Das Original das buch v. 25 nach seiner ursprünglichen Gestaltdurchaus wieder hergestellt zu haben, schmeichle ich mir keineswegs.

d) Bemerkungen zur Syntax, zum Stil und zur Metrikder Dichtung.

Beliebt sind Verbalumschreibungen mit a) iuon + Inf.: 189den knaben cht man %u schulen geen; vgl. 217. [328.] 798. 850. 894.b) werden mit Inf. (resp. Part, präs.) zur Bezeichnung des Eintrittsder Handlung: 764 si wart heiße weynen; vgl. 1283. 1883: Der heydenwurden schuhen eyn deyl oder mit dem Dat. des Gerundivs und %"'2037 ime %u sehende wart, c) mit beginnen + Inf.: 312 das er dotbegunde hin rysen, vgl. 351. d) pflegen mit Dat. des Gerundivs und £«: 68... phlag %u gende. e) gen mit Inf.: 1464 E\ ging struche(l)n; vgl.1447. 2283. 3018.

Angeführt st\ finden mit dem Acc. und Inf. 129 er fant ein ros st an,Paul, § 299, dagegen mit dem Part. präs. 854 sie den heiser weinende vant;homen mit dem Part. präs. 583 do er gehende kam, Gr. IV, 8.

Nicht eindeutig oder sicher ist die Konstruktion von sprechen a) v. 2369 f.ich muß . . . Gaueron [Hs. Gaueronen] gen sprechen eyn wort. DieForm Gaueron (resp. Gaueronai) kann Dat. oder Akk. sein. Im letzterenFall läge sprechen mit doppeltem Akk. der Person und Sache vor, vielleichtaus der Kontamination zweier Sätze: Gaueron[en] sp. (s. Tristan v. 11450)und eyn wort sp. hervorgegangen, b) v. 2407 Ich hau den heyser gesprochenderwarheyl, also mit Akk. der Person (falls den nicht gleich dem steht)und Gen. der Sache, den man in Hinblick auf a) in den Akk. die warheytändern könnte unter den gleichen Entstehungsbedingungen der Konstruk-tion, aber der Gen. steht in ähnlicher Verwendung bei sagen, Klage, L.2160 f. des enlian ich der (die C) Wahrheit noch niemen gesagen. 1 Endlich

1 In v. 781 Hai uch ytrian ichi gesprochen ist das neb Dat. (s. oben unter Flexion);und zur Phrase vgl. die Zusammenstellungen PBB. 41, 509, Anra. 2; vgl. auch v. 1255und Walther, L. 102, 37.