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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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führten, die Szene gegen das Original geändert haben dürfte, keine Ent-sprechung findet. Daß übrigens der Reim auf wmd. Boden durchausnicht unbekannt ist, zeigt die hess. Elisabet 4133, ferner Athis undP r o p h i 1 i a s. D. 47, auch die Bruchstücke von Manuel und Amanda(Meier-Benfay, Mhd. Übungsstücke Nr. 19) v. 63. Anderseitsdürfte der Reim v. 3011 vader dar: alle gar (s. Rueff, Ost erspielv. 243 allen gar:schar; Elis. v. 329. 5104) nicht anzutasten sein, denndie ganze Partie ist ja Eigentum des deutschen Bearbeiters und schon3073 wiederholt sich derselbe Reim, wo an ein vader : allegader nichtzu denken ist. Möglich, daß auch der Reim v. 2152. 2627 bleich: gleich(st. Form des Pret. bei der Bedeutung «gleichen») auf mnl. bleec '.: gheleeczurückgeht. V. versagt als Stütze aus dem eben zu v. 2635 an-gezogenen Grunde. In derselben Partie v. 2632 weist, glaube ich, diePhrase: «Bestellt ir mim bereit Johan ihl» ebendahin, vgl. R. m. Mouwenv. 2662 Bestaet In u iet; Reynaerd (Ausg. J. W. Muller) v. 1905 undMartins Ausgabe zu v. 1895. Vielleicht ist auch der Reim vechten:berechten 66$. 1021 (s. oben) hierher zu ziehen; er hat seine genau ent-sprechende Parallele R. m. Mouiuen v. 1366. 1420.

Aus den Zusammenstellungen über die Orthographie der Hs. unddie Reime der Dichtung ergibt sich mit Sicherheit Zuweisung auf wmd.Gebiet. Als engere Heimat des Dichters scheint mir der Befund ent-schieden für linksrheinischen Boden das südliche Rheinhessen zusprechen, etwa den durch die Linie Oppenheim, Alzey, Worms ein-gegrenzten Teil. Auffallen mag die starkentwickelte Apokope in derNominal- und Verbalflexion, bes. im Prät. der schwachen Verba, womitsich unser Verfasser, wie schon gesagt, dem Gebrauch Ulrichs vonEschenbach zur Seite stellt. Die Erscheinung, welche auch das RheinischeOsterspiel (s. Rueff, aaO., S. 29 f.), wennschon nicht in gleichem Um-fang, aufweist, muß in der lebendigen Umgangssprache gegenüber derUrkunden- und höheren literarischen Sprache begründet sein; vielleichtdarf in unserem Fall als begleitendes Moment der fahrende Berufsdichterakzentuiert werden. Die Heimat des Schreibers werden wir nicht weitentfernt von der seinigen suchen, denn sein apfel (713) gegenüber p,ph, mp, mph,pp, Schreibungen, die sämtlich südrheinhessischer Orthographiedes 14. Jahrhunderts angehören können, braucht nebst anderen Unter-schieden, z. B. den zahlreichen an- und inl. /, den Spuren der Di-phthongierung i > ei, nur auf den jüngeren Schreiber Mitte des15. Jahrhunderts hinzuweisen, ohne eine geogr.-dialekt. Trennung (süd-rhfrk.!) nötig zu machen. Dann hat die Dichtung, soviel wir wenig-stens wissen können, nicht über ihre Heimat hinausgewirkt. Nach Stilund Metrik (s. unten II d) möchte man sie dem 14. Jahrhundert zuweisen;darf man aus der Beschreibung der Belagerung Roms v. 18911916 s. oben S. 9 den Gebrauch von Feuerwaffen [Büchsen] neben denWurf- und Schleudermaschinen herauslesen, so käme die zweite Hälfte

Kobert P rieb seh, Johau üz dem virgiere. 4