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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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selben Reim Hero und Leander (v. d. Hagen, G. A. I, 15 v. 343);

Ring, St. L. V. 23, 9 C , 34; Martin u. Lienhart, Wb. d. elsäss. Ma.

unter Stich; H. Sachs, Fastnachtspiel: Der blinde Messner usw.

(viermal); M. Beheim, Buch von den Wienern, Karajan 412, 8.

Schiller und Lübben, WB. IV, 399.

-ng: -nk, dang: lang 359, gang : Hang 749 u. ö.; -rg: -rk, halsbeig : werg

1327. Der Dichter reiht sich also in jene md. Gruppe, die Schiro-

kauer, PBB. 47, S. 102 aufführt. Ich habe die Schreibung -g für

-k (ck), wie sie sich an den Reimstellen zeigt und in rheinhessischen

Urkunden häufig ist, im Abdruck beibehalten resp. v. 103 f. gegen

den Schreiber eingeführt. Gemeint ist die Tenuis, was auch der

konsonantisch ungenaue Reim (1071) bestätigt.

Beweisend für den Abfall resp. Ausfall des -h, -h- ist die: nie 1413

und gedienen (Hs. gediehnen): verdien (Hs. verüben) 2317 [doch neutral

ver^ihen : lihen 2333]. 1 Auf die Form der Negation nit (it) in Reimen

zu mit, sit(e) wurde schon oben S. 38 [Orthographie der Hs.] aufmerksam

gemacht. Auf das part. perf. gemäht weist der Reim zu aht 177.

ZfdA. 45, 23, Anm. 2.

An konsonantisch ungenauen Reimen findet sich nur hup: slug 1071;derselbe, nach Brachmann § 127 literarische Reim, bei Herbort im;was: palast 2235 zeugt für palas.

Zu erwähnen wäre noch morn : erkorn 1157, vgl. PBB. 47, S. 91 f.und die Doppelformen sit: (lit) 1620, sider: (wider) 2023.

Für den seltenen Abfall eines -n im subst. Inf. und Part. perf.s. oben unter Flexion S. 44f.: kreygieren : virgiere 2919; unverdroßen:roße 2145.

Angeschlossen seien einige Reime, die auf den Einfluß resp. aufHerübernahme aus dem mnl. Quellengedicht deuten. Daß von dortdie Bindung swerte : sperte 1315 <Z mnl. swaerde : spaerde stammen dürfte,wurde schon oben erwogen. Hinter verdangen : äugen 1611 steckt umso sicherer mnl. ghedoeghen : ooghen, als es an der entsprechenden Stellein V. io rb , Z. 6 heißt: ic encans niet langherghedoghen dal hy hier voor mijnenoogen sal motten sterven, der alte Reim also durch die Prosa schimmert. Nicht so sicher steht's mit begat: stat 15 3 9, V. zeigt nichts Entsprechendesund begaten «einrichten, fügen» findet sich im Reim, abgesehen vomKarl meinet, in rheinhessischen Dichtungen wie Erlösung undElisabet. Dagegen weist die Überlieferung v. 395 vatter:gar aufden in mnl. Dichtungen so beliebten Reim vader: allegader zwingendhin. Der dürfte auch statt des bösen Flickreims (und des schlechtenVersrhythmus) 2525 anzusetzen sein 2 und ebenso in dem einfach wieder-holenden v. 2635, der allerdings in V., das, wie wir früher (S. 15 f.) aus-

1 Nach Ausweis des Metrums verwendet der Dichter im Versinnern Doppelformen.

2 Vgl. V. 23 "/ l ick sal u de ivaerheydt segghen (Quellengedicht Ic segghe u dewaerheil allegader?) ghy %ijt mijn kint ende ich u vader.