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Dichter und sein Publikum zu suchen sind. Die starke Betonung desSchulunterrichts bei der Erziehung des Knaben (v. 189—192), einin Rittermären der Epigonenzeit mehrfach bemerkter Zug, wird ihreWurzel schon im Quellengedicht haben; jedenfalls überbietet V. 2 vahierin die Gedichtdarstellung. Dagegen weisen wir hin auf die gewaltigen,unbeherrschten Affektausbrüche, insbesondere auf die Darstellung desMassenjammers v. 946—952, wiederum sein Eigentum, wodurch übrigensder Gegensatz zu dem lachenden jungen Paar (v. 953) gut zum Ausdruckkommt; nehmen wir dann noch die, wie wir ausführten, ja auch ihm ge-hörige variierende Wiederholung des Motivs von der Belagerung Roms(oben S. 15); weiter das Auftreten typischer Reimbindungen wie clusen:husenn 59, verdaten: sagen 187, 2961 beidemal in feststehender Formel oder1479 frie: Marie (vgl. Orendel, v. 24), und andere, ferner 1 die häufigeVerwendung sogenannter «unhöfischer» Wörter nebst für «Spielmanns»-und Heldendichtungen charakteristischen attributiven Adjektiven slol^, haltu. a.; die häufigen Quellenberufungen und Beteuerungsformeln, endlichdie Hervorhebung oder besser die Art der Hervorhebung der Spielleute,besonders ihrer musikalischen Künste (vgl. 3114—3121 2 ), und ander-seits das Herausstreichen der Freigebigkeit der Herren ihnen gegenüber(v. 2907-—2910; 2925—2928): so werden wir kaum zögern, den deut-schen Bearbeiter unter den fahrenden Berufsdichtern zu suchen. Undverschmäht er es nicht, sein gabenheischendes Gewerbe deutlich zurSchau zu tragen und dem Alltäglichkeitsgeschmack seiner Zuhörerschaftwillig entgegen zu kommen, so verdient er doch mindestens dafür unserLob, daß seine Arbeit dem nl. Original gegenüber nicht auf eine un-beholfene, hölzerne, mechanische Übertragung desselben nach Art derÜberarbeiter des Reinolt, Ogier usw. hinausläuft. Ja, wüßten wir esnicht aus seinem eigenen Munde und aus .dem willkommenen Zeugnisdes uns erhaltenen nl. Volksbuches, so möchten wir leicht seine Arbeitfür eine eigene kombinatorische Leistung nach fremden Motiven ansehen, soselten und z. T. versteckt sind die Spuren seiner sprachlichen Abhängig-keit im Reim- und Wortmaterial von dem nl. Original. Daß er esstofflich, wennschon ungeschickt, erweiterte durch die Einlegung deskriegerischen Zuges Johanns gegen den Kaiser, wissen wir bereits. Eben-so, daß er es an Motivumbildungen, Umstellungen, kleineren Einschübenund anderseits Kürzungen nicht fehlen ließ. Ein paar Reminiszenzenan Hartmanns Gregor und Wolframs Parzival glaubten wir in Fragestellen zu dürfen; an Parz. 230, 7—230, 11 mag zudem erinnern v. 338 ff.:
Sie gingen, da vil belle brantEin vil schone^ < > für:Hol^ aloe was im Hit dur,
1 Über diesen und die folgenden Punkte Ausführlicheres im Kap. II, d).' Vgl. Karlmeinet, Keller 296 b , 48 ff.