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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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V. (im Johan: Cursin 1 , doch Für sin für den dort unbenannten Riesen;man bemerke die Bindung der Namen durch den Reim!), dürfte derOriginaldichtung angehören und könnte immerhin dem Partonopeusromanentstammen.

Hingegen scheinen die beiden im Johan v. 2788 auftretenden Riesen-namen Reynwart und Isenwyt erst dem deutschen Bearbeiter anzugehören,wenigstens kennt V. nur einen Riesen, und der ist, soweit sich sehenläßt (Textlücke), namenlos. Bei Reynwart ließe sich an Rennewart denken.

Für die mnl. Dichtung gilt nach Ausweis von V. j' h , Z. 3 Lijdewaert= Johan 1034 Ludewerd als Kampfplatz zwischen Jan und dem RiesenbotenFursins. Während in V. der Riese auf Jans Frage nach dem Kampf-ort nur antwortet: te Lijdewaert inde valleye, lautet die Antwort in Jo-han 1034 fr.:

Zu Ludewerde in dem dan (: Johan)Der %iihet sich geht dem mere,Da flutet ein wahrer heilet Spere.

Zudem wird dieses Ludewerd vor dem dan im Johan schon v. 240 alsein von den Heiden gern aufgesuchter Jagdort erwähnt, v. 627 alsLagerplatz des Sarazenenheeres bezeichnet; nach v. 1201 ff. liegt es etwazwei Tagereisen zu Pferde von Rom entfernt am anderen Ufer desFlusses Spere, über den der Held auf einer Brücke reitet. 2 Es ist augen-scheinlich Waldboden, Grenzgebiet zwischen Heiden- und Christenland(v. 1205). Es fragt sich nun, ob diese konsequente und deutlich geschauteLokalisierung dem mhd. Bearbeiter angehört, was wieder ein Zeichen seinerselbständigen Beherrschung der nl. Quelle als Ganzes vor ihrer Über-tragung wäre, oder ob sie schon in dieser stand und nur in V. bis aufdie eine Erwähnung des Lokales an notwendigem Orte ausgelassen ward.Es ist jedenfalls schwer abzusehen, warum der redselige, Detailschilde-rungen liebende Verfasser von V. ganz gegen seine sonstige Art allediese Angaben bis auf den nackten Ortsnamen ausgemerzt haben sollte,hätte die Quelle sie ihm geboten. Ich wage keine endgültige Entscheidung.Ebensowenig wollte es gelingen, trotz freundlicher Hilfe von selten Pro-fessors J. Mansion 3 , die Lokalität ausfindig zu machen, die sich hinterdem Lijdewaert verbirgt. Dürfte man an Leeuwarden denken und daranerinnern, daß im Richars die Geschichte in Friesland spielt?

Haben wir hier mit Quellenmaterial zu tun, so ist sicher dem mhd.Bearbeiter zuzuteilen der Städtenamen Löfen v. 2789, womit natürlichdas oberrheinische Laufen gemeint ist. Diese Einführung wirft sowohl

1 Im Meleranz (v. 4567 ff.) des Pleier tritt ein Cursutt auf.

a In V. 8 vab nur: Heer Jan is 200 verre ghereden / dat hy quam ter plaetsendaer den camp gheschien zoude.

8 Er weist mit Beziehung auf Feirlinck, Zuid-Ostvlaamsch Iditiocon 3. Teil 385(mir nicht zugänglich) auf den Ort Liierwaarde bei dem Dorfe Zegel^em hin.