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In die bunte Abenteuerwelt des britischen Ritterromans resp. seiner Nach-zügler einzutauchen, wozu die Jahre der Vatersuche seines Helden genugund von seinen Vorbildern — dem Riebars und dem Riddere metter M'ou-wen — wie auch von seinem Nachfolger, dem Verfasser des Volksbuches,reichlich ausgenützte Gelegenheit gegeben hätten, das verschmäht dieserNiederländer. Allem Zauberwesen und der Dämonenwelt scheint erabhold; wohl hat Jan zwei Kämpfe mit Riesen zu bestehen, aber dieseRiesen unterscheiden sich eben nur durch ihre Körpergröße und Häß-lichkeit von den gewöhnlichen Menschenkindern. Der Jan wt den ver-giere, mit dem wir der mnl. Literatur ein bis heute unbekanntes Verseposzurückgeschenkt haben, scheint denn auch dem realistischen Geschmackdes 14.—16. Jahrhunderts gut zugesagt zu haben. Wir werden seinenVerfasser nie mit Namen kennen lernen, können auch nur vermuten,daß er spätestens im frühen 14. Jahrhundert — oder sagen wir rundum 1300 — entstand; das aber wissen wir, daß er nach Deutschlandhinüberwirkte, anderseits in der Heimat ein weltliches Drama, den Es-moreit, speiste und noch im späten 16. Jahrhundert als Volksbuch inProsa neu auflebte.
Noch wollen wir uns zu einigen Personen- und Ortsnamen seinerDichtung äußern. Der Name des römischen Kaisers Sigismund ist fürsie durch die Übereinstimmung von Joban und V. gesichert. Unwillkürlichdenkt man da zunächst an den deutschen König und römischen Kaiserdieses Namens, aber damit käme man für das mnl. Original und dessenmhd. Bearbeitung bereits in das 2. und 3. Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts,wozu Komposition, Sprache und Versmaß selbst der erhaltenen Bearbei-tung übel paßten. Man braucht da nur solche späte Erzeugnisse, wieetwa den Wernigeroder Großen Alexander (DTdM, XIII) oder denFriedrich von Schwaben (ebda. Bd. I) daneben zu halten, ganz zu schweigenvon solchen rohen Machwerken wie den hd. Übertragungen des Reinolt,Ogier u. a. Daher wird der Sigismund unserer Dichtung als ein bloßerPhantasiename zu betrachten sein, ähnlich wie etwa der Octavian, em-pereor de Rome, der von Einfluß auf die Lokalisierung Sigismundsgewesen sein mag. Dabei verschlägt es dem Dichter wenig, daß derVater das neugeborene Kind von Paris nach Rom zu bringen hat. DerCharakter des Kaisers selbst und die Rolle, die er spielt, sind ganztypisch geraten. Er ist als der schwache Fürst gezeichnet, der einemVerräter (im Sinne der afrz. Epen) leicht und willig sein Ohr leiht, soplump auch dessen Intrigen sein mögen (vgl. die Königsfigur in Isem-bard und Gormund oder im Aiol und Elie). Der Vater des Helden istim Riebars wie im Jan (vgl. auch Riddere metter Mouwen v. 2182 ff.)ein Ritter, dort Loys li preus ohne nähere Bestimmung, hier Robrecht,(Ruprecht /.) Kammerherr des Königs von Frankreich und Graf von Artoysund Bollonoys. Über den Verräternamen Gouweron (Gaveron) habenwir bereits gesprochen. Fursin, als Anführer des Sarazenenheeres in