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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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Patriarch von Jerusalem als des Kaisers Gäste) und das Zeremoniell derSitzordnung; besonders wäre darauf aufmerksam zu machen, daß, ab-gesehen von anderweitigen überraschenden Ähnlichkeiten, im Reinolt(v. 27) wie im Johan (v. 508) die ritter von einem scbilte hervorgehobenwerden; man beachte noch die wiederholte syntaktische Anknüpfung durchda waren. Eine zweite Stelle haben wir bereits S. 16, Anm. 1 angezogen:Reinolt 18921897, Johan 26642667, 26762678, die Begrüßung desKönigs und seines Ingesindes mit Ausnahme des Verräters 1 und dassummarische Verfahren gegen diesen. Daß der Anfang beider Dichtungenauf einen Pfingsttag fällt, wurde schon angemerkt. Wie zu erwartensteht, finden sich auch hier Anklänge in Reim- und Phrasenschatz (vgl.z. B. Reinolt 2305 (8316), 7675, 9481 mit Johan 1 r34, 939, 865), aberfür einen strikten Beweis der Abhängigkeit langen sie allein nicht aus.Zusammenfassend glauben wir die Arbeitsweise des nl. Dichters desJan dahin bestimmen zu dürfen, daß er, gewillt, seinen Landsleuteneine Rittergeschichte nach Art des französischen Richars li biaus zuschenken, diese Dichtung in den Hauptzügen der Komposition zugrundelegte, im übrigen es aber nicht an Motivumbiegungen und der Ein-führung neuer fehlen ließ, die jedoch keineswegs seinem Hirn entsprangen,sondern ihm vielmehr aus der Lektüre oder der mündlichen Traditionafrz. und mnl. Helden- und Abenteuerromane zuflössen. Immerhin ver-schmähte er wörtliches Ausschreiben irgendeiner dieser Quellen, selbstseiner Hauptquelle. Es ist eben eine ähnliche Arbeitsweise, wie sieschon z. B. den französischen Partonopeusroman charakterisiert und wiedie Herausgeberin des Rüdere metter Mouven sie für diese Dichtungfestgelegt hat, nur daß da der Moriaenroman mehr als bloße Motivehergegeben hat (vgl. Ausg. S. XXIII XXVIII). Kombination, mehroder weniger geschickt, bildet also das Rückgrat dieser jüngeren mnl.Versromane und ältesten mnl. Dramen, wie wir denn schon oben (S. n)darauf hinwiesen, daß Jan selbst einen wichtigen Faktor in der Kom-position des Esmoreit spielte, der daneben Motive aus dem Vakntijn undanderen Dichtungen verwendete. Der nl. Verfasser des Jan will einenbiographischen Roman dichten: sein Held wird als nachahmungswertesVorbild hingestellt, was der mhd. Bearbeiter in seiner Einleitung kräftigbetont. Jan, kontrastiert an Gaveron, aber auch an dem Kaiser, ist derideale Vertreter des Rittertums: Mannesmut, Gottesfurcht, Treue gegensich und andere, vornehmlich gegen die Geliebte, vereinigen sich inihm. In der Herausarbeitung dieser Gestalt liegt das Wurzelhafte derdichterischen Leistung, die sich durchaus auf realem Boden bewegt.

1 Vgl. dazu übrigens auch Carelende Elegast (Ausg. Hoffmann v. F., Leipzig 1836),v. 11741176:

Hi seide 'god hoede dit ghesinde,

den coninc ende dat ic hier vinde. (derselbe Reim Johan 2665)

nur Eggheric en groelic nief, und v. 1186 mit /. 2700.