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Dichtungen der Quelle gegenüber der äußerliche Umstand, daß der Jüng-ling bei der Tafel dient, was freilich nicht viel besagen will. 5. Wenig istauch auf ein paar, noch hinter dem mhd. Gewand des Johan durch-schimmernde Übereinstimmungen im Reim, Wortgebrauch und Phrasenzu geben (vgl. z. B. Johan v. 877 f., : Riddere mdler Motiven v. 11 f. —Johan v. 586, 5S8 : Riddere metter Mouwen 2801 oder als beliebte Reime:vehten : berchten; doen : baroeri). Sie sind nicht größer, als man in zweibeliebigen mnl. epischen Gedichten aus derselben Periode zu finden er-warten würde, mag auch hie und da eine unwillkürliche Reminiszenzhereinspielen, aber freilich, wir dürfen nicht vergessen, daß wir ja denJan nicht im Wortlaut besitzen. Wir werden uns deshalb begnügen,solche Reminiszenzen und gelegentliche Motivmodellierung nach dem Vor-bild des Riddere metter Mouwen zu konstatieren, ohne im Hinblick auf dieseund schon früher berührte Übereinstimmungen die Möglichkeit einer Identi-fizierung der beiden nl. Dichter unbedingt auszuschließen. Allerdings machtsich ein bedeutsamer Unterschied im milieu der beiden Dichtungen geltend:der Dichter des Riddere melier Mouwen verlegt Situation und Gestalten inKönig Arthurs Zeit und an dessen Hof. Der Verfasser des Jan verschmähtdieses Kostüm, höchstens deuten in diese Richtung die eben angeführtenPunkte 1 und 2, dann der Name von Johanns zweitem Freund und Helfer(L)anzelot — der Tafelrunder Lanzelot spielt eine Rolle im Ridderemetter Mouwen — und endlich die Gaveron-Keye-Gestalt, alles für denAufbau unwesentliche Punkte, die sich also doch wohl am besten durchAufpfropfung (resp. Selbstwiederholung) aus dem Riddere metler Mouwenerklären. Die vom Richars gebotene Lokalisierung und Standesordnunghat keiner der nl. Dichter gewahrt: der König von Frankreich und seineSchwester (namenlos im Johan, Isabella in V., s. oben S. 19 zu AioT) sindim Jan an die Stelle des Königs von Friesland und seiner Tochter Ciarissegetreten, der Kaiser von Rom Sigismund 1 und seine Tochter Ciarisse (wirsind nicht sicher, ob der Name daher oder aus dem Riddere metter Mouwen— Ciarette — stammt) an die des unbenannten und auch nicht näherlokalisierten gräflichen Pflegevaters und seiner Tochter. (Wir bemerkendann entsprechend innerhalb der Entwicklung des Stoffes deutlich eineSteigerung in der enfance des Helden: geistliche (s. Gregoriuslegende,Sir Degarre [resp. lai d'Esgare], Riddere metter Mauwen), gräfliche, kaiser-liche Obhut.)
Auch für die Kenntnis des Renout van Montalbaen scheinen ein paarAnzeichen zu sprechen; allerdings finden sich die Stellen nur in der spätenhd. Übertragung (St. L., V. Bd., 174), nicht im Textbereich der mnl. Frag-mente. Reinolt v. 5—28, 33 — 35: Johan 487—524 (V. 5"), die Auf-zählung der zum Hoffest Geladenen (hier wie dort der Papst und der
1 Man kann erinnern an de ortu Waluuanü (hsg. von L. Douglas Bruce), worinder Kaiser von Rom sich des ausgesetzten Knaben annimmt, nachdem sein Pflegevater,der Fischer Viamundus, der ihn nach Rom gebracht hatte, gestorben ist.