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genügen, auf das Motiv in der Ludwigs-Krönung (Couronnement Louis)hinzuweisen: Wilhelm befreit Rom und den Papst von den Sarazenenund dem Riesen Corsolt; ferner auf das Auftreten des Tornebeuf, desBoten des nubischen Königs Mibrien, im Aiol v. 3978 ff". (AusgabeW. Foerster), wo sich v. 4032 fr". auch eine gute Gedankenparallele zuJohan 2070—2072 findet; dann für den zweiten Riesenkampf vor Parisbesonders auf den Oclavian (Ausgabe K. Vollmöller, 1883) v. 2324 ff. (inbeiden Fällen präsentiert der Held das Haupt des erschlagenen Riesendem König von Frankreich) und ebenda findet sich — v. 3281 ff. — derBesuch des Helden im Lager der Sarazenen, hier wie dort endend mitder Tötung einzelner heidnischer Anführer und der Verfolgung des Helden;im Johan ist allerdings diese Episode der Belagerung Roms zugeteilt.Wir werden sagen dürfen: der nl. Dichter hatte durch Lektüre odermündlichen Vortrag afrz. chansons de geste kennengelernt; er nahm keinenAnstand, mit aus ihnen entlehnten Motiven seine Erzählung, die selbstauf einem französischen Abenteuerroman beruhte, auszuschmücken, zuerweitern bzw. umzuschaffen, oder in seiner Quelle bereits enthalteneMotive mehr nach ihrem Vorbild auszugestalten (z. B. die Belagerung vonParis, der sich im Richar$, entfernter nur, die der Hauptstadt des Königsvon Friesland, Richars' Großvater, gegenüberstellen läßt).
Neben diesem uns nicht zweifelhaften Einfluß afrz. Dichtungen dürfenwir dem nl. Dichter auch eine Kenntnis heimatlicher Literaturwerke zu-schreiben. Wir haben bereits Gelegenheit gehabt, auf gewisse Anklängeim Riddere metler Mouwen in bezug auf die kräftigere Betonung derLiebesgeschichte und in Hinsicht auf die Gaveron-Keye-Gestalt auf-merksam zu machen. Weiter ließe sich noch folgendes anführen: 1. Inbeiden Dichtungen hebt die Handlung mit einem Hoffest am Pfingst-tage an, freilich ein wohlbekanntes Motiv der Artusromane, das, wie z. B.im Reinout (v. 10— 14) oder im Reynard, auch in den beiden Gedichten un-abhängig aus dieser Tradition entlehnt sein kann. Das gleiche läßt sich2. von dem Motiv sagen, die Tafel solle nicht aufgehoben werden, biseine niuwe mere gekommen sei: Riddere metter Mouwen 47—51, Johan543 — 546, V. 5 va , Z. 26 f. 3. Zu (L)amelot 1 und dessen Bruder Ferreon(Name nur im Johan) fühlt man sich versucht, Amelant und dessen BruderElyconas im Riddere metter Mouwen zu stellen. In beiden Fällen fichtder Held mit den zwei Brüdern, tötet den einen, verwundet den andernund der Überlebende wird sein Freund und Helfer. Vgl. in diesemZusammenhang besonders Riddere metter Mouwen 1032 f., 1442—1449mit Johan 1608—1610, 1612—1616, 2174 f. 4. Bei der Erkennungs-szene zwischen dem Helden und seiner Mutter findet sich in beiden
1 In V. wird er — wohl nur eine bloße Namensverschiebung — Lancelot genannt,während die Rolle des LanzeJot im Johan als zweiter Helfer Jans hier dem HerzogGautier übertragen ist. Ob die Form (L)amelot etwas mit dem Amelo(l)t der deutschenHeldensage zu tun hat, bleibe dahingestellt.