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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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abgespielt haben wird, und zwar wohl wie in V. beim Taufmahl Sorbe-rijn-Lancelots (Lamelots), dessen Verbleib am Hofe als Dienstmann desKaisers kurzen Ausdruck gefunden haben mag.

3. Der Abschied Jobanns vom kaiserlichen Hof. In V. fällt sowohlbei der die Szene einleitenden Verhandlung zwischen dem Kaiser undJan sowie bei dem endlichen Ausritt des Helden dem König Alpbonsvon Spanien eine wichtige Rolle zu: dort (Bl. 15") spricht er bei derRatsversammlung warm für Jan, offenbart ihm auch die Anschläge derGouweron-Partei, was im Johan Clarisse tut v. 2341 f., und lädt ihn anseinen Hof ein (Bl. I5 vb ), hier teilt Jan ihm und Gautier (= Lancelot imJohan') seine intimen Beziehungen 1 zu Gloriande mit und empfiehlt daszu erwartende Liebespfand sowie die Mutter in seinen Schutz, währender im Johan die Mitteilung direkt dem Kaiser unter schwersten Drohungenmacht, falls dem Kinde ein Leid geschehen sollte. Wir haben bereitsoben S. 7 f. von der konsequenten Hervorhebung des Königs Alphons als fürV. charakteristisch gesprochen und werden daher nicht zögern, auch hierdie erneuernde Hand dieses Redaktors zu sehen, so daß jene unverfroreneMitteilung an den Schwiegervater in spe im Johan dem Originale an-gehörte, und die Fürsprache und Einladung durch Alphons bloße Zutatvon V. sind. Anderseits möchten wir in der grotesken Szene zwischenJohann und Gaveron v. 23732386, die sich vor den Augen des furcht-samen Kaisers abspielt, den Pinsel des deutschen Bearbeiters erkennen,um so mehr als die Anwesenheit des Kaisers eigentlich unmotiviert undgegenstandslos ist. V., Bl. i6 rb , Z. 17 sagt nur, Jan hätte sich zwar gernan Gouweron gerächt, konnte ihn jedoch nicht finden; und das wirdzum Original stimmen.

4. Die Bestrafung des Verräters und der Ausgang des Romans:V., Bl. 23 vb28 vb , Johan 26013128.

In beiden Fassungen übernimmt der Vater des Helden, Graf Ru-precht von Artois, die Rache an Gaveron. In V., wo er mit stattlichemGefolge und in vornehmer Gewandung an dem kaiserlichen Hof erscheint,kommt es zu einem richtigen Zweikampf (Gottesurteil) zwischen beiden.Gouweron unterliegt und bekennt alle seine Schurkereien gegen den Kaiserund Jan. Darauf schlägt ihm Graf Robrecht auf Befehl des Kaisers dasHaupt ab. Der Kaiser bereut seine Schwäche und ist gern bereit, Glori-ande mit Jan zu vermählen. Erst jetzt wird der Graf mit ihr und sei-nem Enkelkind zusammengebracht. Dieser Entwicklung entsprechendkehrt Jan das läßt sich trotz der Textlücke (s. die Beschreibung desnl. Druckes) deutlich erkennen friedlich von Frankreich an des KaisersHof zurück, wo die Hochzeit prunkvoll stattfindet, nachdem erst der

1 Nach V. müssen sie schon länger bestanden haben (Gl. fühlt sich schwanger16", Z. 19), im Johan ist der Liebesakt eben beim Abschied vollzogen worden, vgl. 2355bis 2558, 23962398.