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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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2. V., Bl. 2 vb4 V1 , d. i. der Schluß des zweiten, das dritte und einTeil des vierten Kapitels, berichten kurz folgendes: Eine Hofpartei, anihrer Spitze Gouweron, ee des kcysers principael beere van grölen gheslachte\ des keysers secreten Raedt, nebst seinem Anhang beneidet Jan um dieGunst des Kaisers. Sie beschließen, beide aus dem Weg zu räumen.Als der Kaiser eine Grenzfestung bereist und daselbst der guten Jagdwegen länger verweilt, machen sie gemeinsam mit dem ouerste capeteynder Heiden Sorborijn einen Anschlag auf das Leben resp. die Freiheitdes Kaisers und Jans. Auf der Wildschweinjagd, bei der diese, nur voneinem Pagen begleitet, von dem Gefolge abgekommen sind, hat Janeben zur Verwunderung des Kaisers einen gewaltigen Eber getötet undausgeweidet. Da sehen sie zwanzig heidnische Ritter, von Sorborijnund seinem (unbenannten) Bruder geführt, gegen sich reiten. DerKaiser entsendet den Pagen, sein Gefolge zu holen, Jan aber erschlägtden Bruder Sorborijns und verwundet diesen selbst, so daß er in Ohn-macht fällt. Als er erwacht und erkennt, daß die Seinen erschlagensind, da das Volk des Kaisers inzwischen zu Hilfe geeilt war, ergibt ersich. Nach der Rückkehr an den Hof stellt der Kaiser ihm die Wahlzwischen Tod und Annahme des Christenglaubens. Der Heide wähltdas letztere, wird auf den Namen Lancelot getauft und bleibt fortan indes Kaisers Dienst. Bei dem Taufessen springt ein Windhund den Kaiseran. Jan stößt ihn mit dem Fuß ins Feuer. Da springen die FunkenGouweron ins Angesicht und auf die Kleider. In hellem Zorn verweister ihm sein unhöfisches Benehmen und nennt ihn laut einen Findling.Der Kaiser hätte Gouweron durchbohrt, hätten ihn nicht die Herrenzurückgehalten.

Im Johan verlautet nichts von den verräterischen Umtrieben derHofpartei. Der Kaiser jagt zu Ludewerde und ist mit Johann von seinemGefolge abgekommen. Das Jagdabenteuer spielt sich in ganz ähnlicherWeise ab, aber das Zusammentreffen mit den Heiden ihr Anführerist hier Lamelot und sein Bruder Ferreon beruht auf Zufall. Lamelotergibt sich, als Johann mit Beihilfe des Kaisers Ferreon und alle anderenSarazenen getötet hat. Dann kehrt sich Johann ruhig zu dem erlegtenEber und weidet ihn aus. Man reitet nach Rom an den Hof zurück,wo Johann Ehre und Dank erboten wird. Wir hören nichts von LamelotsÜbertritt oder von Tauffeierlichkeiten. Die Windhundepisode erfolgtsogleich nach der Rückkunft des Kaisers, aber die Rolle Gouweronsfällt hier der Kaiserin zu, die kurz vorher vgl. v. 349352, denenin V. nichts entspricht mit schonen worten su%en dem Junker ihreDankbarkeit für die Errettung ihres Gemahls bezeugt hat. Der Kaiserschlägt sie, als sie das Wort fnndling ausruft, aber kaum aus ihrer Ohn-macht erwacht, wiederholt sie es nach Weiberart noch viermal.

V. bringt einen ganz logischen, kausal wohl verknüpften Aufbaudieser Episoden und betont von Anfang an scharf die Tätigkeit Gouwerons,