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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
Entstehung
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sind über seine allgemeine Ehrung erbost. Von alledem rindet sichnichts im Johan. Wir dürfen darin wieder einen Zusatz von V. sehen,da lediglich Zustandsausmalung, kein Handlungsfortschritt hinter demBericht steht.

Diesem recht beträchtlichen Plus in V. steht, am Johan gemessen,doch auch ein Minus gegenüber. Im Johan v. 118125 findet der Kaiserbei dem Knäblein auch ein Roß, dessen Schnelligkeit er alsbald erprobt.Die stilistische Unzukömmlichkeit der Stelle (v. 126 schließt sich logischan v. 116), zumal aber der Umstand, daß v. 1178 ff. das Roß von denFundstücken getrennt ist, genau wie im V. 8 rb , Z. 30 erweisen die Verse alsZusatz von Johan. 847 ff', sendet der Held Clarissa zu ihrem Vater nacheinem ihm würdigen Kleid, ehe er an ihrer Hand den Bankettsaal be-treten will, um sich zum Kampf mit dem Riesen bereitzustellen. Dannaber bietet der Kaiser Ciarissen, noch ehe sie darnach gefragt hat, vonselbst prächtige Kleider für Johann an (v. 877882). Ein deutlicherSpielmannszug! In V. 6 vb geht er sogleich mit ihr; von Kleidernverlautet kein Wort. Ebenso fehlt V. das (zweimalige) Vorzeigen derReliquien (v. 721 ff. und 989 ff.) nebst der St. Georgs- und St. Peters-Fahne (1005 f.). Wieder wird es sich um einen, besonders im erstenFalle, ziemlich plumpen Zusatz des deutschen Bearbeiters handeln, dereben das pseudo-höfische und religiöse Kolorit der Dichtung verstärkenwollte. Die ausführliche Darstellung der Beschießung Roms (/. 1891 ff.)hat in V. kein Gegenbild; sie mag Eigentum des deutschen Bearbeiterssein. Einen Zusatz sehe ich auch in den v. 21502216 und 22712281,die von Johanns Austeilung der aus dem Heidenlager mitgebrachten Speiseund später, als die Sarazenen besiegt sind, von seinem Rat zur Mäßigungim Essen und Trinken nach so langem Hungern handeln. In V. zeigtsich von der übrigens hübschen und humoristisch gefärbten Austeilungs-szene keine Spur; hier ist vielmehr mit Recht das Hauptgewicht derEpisode (Bl. I2 vai3 rt ) auf die Tötung des Sultans und der fünf Unter-könige gelegt, während des mitgebrachten Brotes und Fleisches nur ganzkurz Erwähnung geschieht. Außerdem weist ein völliger Widerspruchzwischen v. 21742178 und 17541756 (vgl. V. n ri ,Z. 26ff.) in die ebenangedeutete Richtung. Im zweiten Motiv (v. 2271 2281) könnteübrigens eine Reminiszenz aus Par^. 200, 10201, 17 anklingen.

An anderen Stellen weist die Vergleichung auf Kürzungen im Johanhin, wovon ein oder das andere freilich auf Rechnung der einschichtigenÜberlieferung des Gedichtes kommen möchte. So vermißt man gleichzu Anfang hinter v. 48 das auf den Kirchgang des Kaisers am Pfingst-tag folgende Festmahl (V. 2"), nach dessen Aufhebung der Kaiser sicherst in den Baumgarten begibt. Nach dem Johan tut er dies sofort nachder Messe, ausdrücklich (v. 61 f.) von seinen Edlen begleitet; vgl. da-gegen V. 2 rb : der Kaiser wandelt allein; diese handgreifliche Betonunghöfischen Zeremoniells ist dem Verfolg dieser Szene gegenüber recht übel