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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
Entstehung
Seite
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lieferung wir später zurückkommen. Hier interessiert uns zunächst seinVerhältnis zum Johan, woraus willkommenes, wenngleich nicht überallganz durchsichtiges Licht, einerseits auf den Aufbau der verlorenenmnl. Dichtung, anderseits auf mancherlei Abänderungen (Zusätze, Aus-lassungen, Motivumbiegungen) des deutschen Bearbeiters sowie um-gekehrt des Volksbuches selbst fallen wird.

Das Volksbuch ist, wie zu erwarten steht, redselig. Es liebtfremden, sei's erfundenen, sei's aus anderen Quellen entlehnten Stoffeinzuschalten. Stoffhunger und Wunsch nach Befriedigung desselbencharakterisiert ja diese Periode. Als solche Einschaltungen sind mitSicherheit anzusetzen: I. Bl. 2i vb 22 Tb die ausführliche Erzählung vonJans Eltern, von seiner Geburt und Aussetzung. Die Unursprünglichkeitergibt sich schon aus dem Widerspruch, daß laut dieser Darstellung dasKind vom Vater zwei vertrauten Freunden zur Aussetzung übergeben wird,die dabei ganz selbständig handeln (Bl. 22 va , Z. 9), während Bl. 2y h , Z. 10in der unmittelbar anschließenden VaterSohn Kampfszene der Vaterin dem knappen Bericht derselben Umstände ganz in Übereinstimmungmit Johan 2541 ff. sagt: ick dcde u dragen doen ghy gheboren waert in deskeysers pryecl usw. Um frei erfundene Ausmalung der nackten Tat-sachen sie sind ja in beiden Berichten dieselben wird es sich jedochnicht handeln, sondern um Entlehnung aus einem Abenteuerroman: manvgl. eine Stelle wie 22 rb , Z. 26 ende hielt hem (sc. Grave Robrecht, JansVater) een wijltyts in Griechen tot Antochia daer hi daghelijckx teghen deheydenen grote feyten van wapenen dcde.

2- Bl. i6 va 2o va die Abenteuerfahrt Jans, nachdem er den Hof desKaisers Sigismond verlassen hat; sie bringt ihn schließlich nach England,wo er im Dienste des Königs einen gewaltigen Riesen an der GrenzeIrlands (!) besiegt, auf den Lohn, die Hand der Königsschwester Clarissaund das Herzogtum von Gloucestre, aber zugunsten seines Freundes,des Ritters Guydo, verzichtet. Die Kampftat Jans erinnert in einigenZügen an die des englischen Volksbuches von Jack the Gianthiller. Indiesem Zusatz fand der Bearbeiter, wie man sieht, auch die Gelegenheit,Jans mute großartigsten Stils sowie seine unerschütterliche Treue seinerAngelobten gegenüber in vollstes Licht zu setzen.

3. Im direkten Anschluß Bl. 20" 2i vb die Episode: Jan am Hofedes Königs Alphons von Spanien, von dem er Nachricht über die Zuständein Rom erhält und durch dessen Vermittlung er Briefe mit Gloriande(so heißt in V. seine Geliebte, die Tochter des Kaisers Sigismond)wechselt Eine nächtliche Vision, die ihm verheißt, er werde in Frank-reich seine Eltern finden, bestimmt ihn, von Alphons Urlaub zu nehmen.Auch dieses Stück wird auf das Konto des Redaktors von V. zu schreibensein, der in durchaus konsequenter Weise (vgl. 15, i5 vb , i6 rb , 24",25 rb ) den tapferen König von Spanien und dessen Freundschaft für Jan