und in Verbindung mit der Kampfszene das Schwert- resp. im /. dasRingmotiv. (Sire Degarre 1047ff.; J. 2546m) Das väterliche Schwertführt nämlich im Sire Degarre die Erkennung herbei, während im /.ein Ring den Beweis der Vater- und Sohnschaft liefert. Das Schwertwird als ursprünglicher Zeuge zu gelten haben, der Ring hingegen, dertrotz v. 2756 unter den bei dem Kind gefundenen Gegenständen nichtgenannt wird, als ad hoc eingeführt, wohl unter dem Einfluß andererGlieder der Stoffgruppe (s. oben unter Nr 4, Anm. 1). Beide Er-scheinungen (Briefmotiv und Ortlichkeit der Kampfszene) zusammen-genommen, führen uns m. E. auf das (verlorene) Lal d'Hsgare als Neben-quelle, ich sage Nebcnquelle, denn die Berührungen mit Richars Isind besonders in der enfance des Helden zu eng, um diesen zugunstendes Lai zu eliminieren; m. a. W., Gleichheit der Haupt- und einer Neben-quelle verbänden also den Jan und den R. m. M. und aus dieser letzterenhätte die eine Dichtung dieses, die andere jenes Moment geschöpft. Wirwerden später direkte Beziehungen zwischen den beiden Dichtungen zuerwägen haben.
Woher wissen wir, daß ein flämisches Vorbild hinter dem deutschenGedichte steht? Nun, einmal aus den eigenen Worten des mhd. Be-arbeiters v. 25—27:
Und di% buch werde vollenbrahtDa^ ich %u schriben habe gedahlU% flanschen in unser diitsche sieht. 1
Ferner aus ein paar Einzelheiten seines Wort- und Reimschatzes, endlichund vornehmlich aus der Existenz des nl., im 16. Jahrhundert gedrucktenVolksbuchs vom Jancker Jan tut den vir giere (V.) 2 , auf dessen Über-
' Vgl. den Übersetzer des mnl. Malagijs:
Nun thun ich vch behaut
Ah ich dis^ buch in flemsch fant
Da musl es mir geuallen
Vnd das man da von wüst zii kallen
In dis^er oberlendschen gramnyc^
Hab ich dorecbteg* gauchel vic^
Gebrückt williclich dar Inn . . .(K.Bartsch, Heidelberger Hss. Nr. 150 u. 168).
2 Daß V. ein mnl., nicht ein frz. Gedicht oder eine frz. Prosa zugrunde liegt,wie dies ja z. B. mit der Historie van Valentyn en Ourson der Fall ist, beweisen hin-länglich die mehrmals stehengebliebenen Reime, z. B. 8™, Z. 12 te voren: verhören,8 vb , Z. 54 doorstack : brac, 10 rb , Z. 7 u. 9 ghedoghen : oogen; wt der noodt: den doot, 25 vb ,Z. 21 blijven : schrijven. Wohl aber ließe sich die Frage aufwerfen, ob nicht das nl. Volks-buch einmal ins Frz. übertragen worden sei. Wenigstens dünkt mich, daß im Volksbuchvon dem gehörnten Siegfried, an dessen frz. Quelle man nicht zweifeln wird,die Eberjagd des Königs Gibaldus und Siegfrieds nach der entsprechenden Szene inV. (3 v«) modelliert sei.