Lyones, zwei treue Freunde und Helfer findet, so J. in (L)amelot und(L)anzelot, die da freilich in keinem Dienstverhältnis zu ihm stehen.Wenig ist zu geben auf die Ähnlichkeit in der Beschreibung der Tätig-keit der Spielleute bei den Hochzeitsfeierlichkeiten am Schluß des i. Teilsdes Riebars (v. 4123 fr.) und am Schluß des Johan (v. 3114 ff).
Bei aller Abhängigkeit vom R., genauer seines ersten Teils, trittuns im /. zufolge von Änderungen in der Motivverkettung, Einführungneuer oder Durchführung von dort blind verlaufenden Motiven, durchWechsel der Lokalisierung oder des Standes und der Umstände einigerhandelnder Personen ein neuer biographischer Ritterroman entgegen,keineswegs eine bloße Doublette der afrz. Hauptquelle. Er repräsentiertin seiner Gänze die besondere Ausprägung, die besondere stoffliche Ver-körperung dreier, in ma. Dichtung und Sage häufig auftretender Motive:a) Elternsuche eines Findlings, b) eines Findlings Liebe zur Tochter desKaisers (Königs), an dessen Hof er auferzogen wird oder Dienste leistet,c) ein Findling erwirbt Krone und Reich. Das Verdienst dieser Kom-bination und stofflichen Sondergestaltung gebührt jedoch nicht dem deut-schen Dichter des /., sondern einem Flamen, dessen Name uns freilichebenso verborgen bleibt und bleiben wird wie der des mhd. Bearbeitersseiner Dichtung oder der seines Landsmanns und Konkurrenten, des Ver-fassers des Riddere metter Mouwen. Ihm also muß, wie wir sahen, derRiebars bekannt gewesen sein, wohl nicht in der jungen Gestalt,in der allein wir ihn kennen, dem Werk des mestre Requis. Im /. zeigtsich keine Spur einer Benutzung des zweiten, gewiß späteren Teilsdieser Dichtung (v. 4163 bis Schluß). Freilich ist es nicht leicht, dar-über allzeit Gesichertes auszusagen, denn eine Veränderung in der Aus-gestaltung eines Motivs zwischen dem überlieferten Richars und demJohan (Jan) muß ja nicht unbedingt auf einen älteren Richars hindeuten,sondern kann auf die Benutzung einer Nebenquelle zurückführen, diedasselbe Motiv in der Johan (Jan)-Form bringt. So wies ich oben Ta-belle unter Nr. 2, Anm. 2 auf die Ähnlichkeit des Briefmotivs im Johanmit dem Sire Degarre v. 200ff. hin; das wird greifbarer in der Vater undSohn-Kampfszene 1 , dem Zusammentreffen der beiden nicht beim Turnierwie in R., sondern bei zufälliger Begegnung in einem Waldtal. Manvgl. mit /. 2451 ff, Sire Degarre 991 ff.:
Forth wente Sire DegarreThurh mani a divers euntre,Ever more he rod west.So in a dale of 0 forestHe mette with a dongti knijtUpon a stede god and ligt . . .
1 Vgl. M. A. Potter, Sohrab and Kustam, London 1902, besonders S. 46 fr.