⸸ ⸸XIV §.Das Männchen dieses Spanners hat sehr merklichgekämmte, dasWeibchen aber nur borstenförmigte Fühlhörner; bey beydem Geschlechtesind die Flügel, vorzüglich die untern, einigermassen ausgezackt; der Leib istblaß= oder röthlichtgelb, mit düstern Pünctchen besprenget, die Grundfar-be aller vier Flügel auf der Ober= und Unterseite (*) weißlicht, gegen demSchulterwinkel und zum Theile auch gegen dem Untenrande safrangelb; dar-über sind braune oder dunkelrothe Puncte und Strichchen gleichsam ver-streuet; zween rothbraune Querstriche theilen vornehmlich den Raum derOberflügel in drey fast gleichbreite Felder; am Außenwinkel ziehet sich eineoraniengelbe, einwärts braune und mit einem hellen Strichchen beschränkteMackel gegen der Mitte des Untenrandes hin.Der Schmetterling dieser Art ändert fast eben so sehr, als die Rau-pe ab: die meisten dieser Spanner haben bey den itzt beschriebenen Farbenim Mittelraume eines jeden Flügels ein mondförmigtes silberweißes meistdurchsichtiges Fleckchen, das uns eben zu dem lateinischen Namen der Art(Lunaria) Anlaß gegeben hat. — Allein wenn dieses Merkmaal nur denmeisten, wird man sagen, nicht aber allen Spannern dieser Art eigen ist,so ist die Benennung schlecht gewählet. — Wir hatten dieselbe unter unsschon eingeführet, bevor uns Spielarten ohne jenen Charakter zu Gesichtekamen; und es schien uns danach unannehmlich, diesen angewohnten Na-men wieder abzuthun; wir fanden auch bald, was uns für jenes Mond-fleckchen schadlos halten könnte. Es ist die goldgelbe Mackel an dem Au-ßenwinkel der Oberflügel, die beyläufig ebenfalls von der Gestalt eines Halb-mondes, zu beyden Seiten der Flügel gleich sichtbar, und bey allen einzel-nen Stücken dieser Spannerart zugegen ist. Und wir glauben, daß wirin Ansehen dieser Mackel den Namen Lunaria bey unserm Spanner wenig-stens mit eben so vielem Rechte beybehalten, als Geoffroi den bekanntenNacht-(*) Es ist schon oben bey der Familie (103. es nicht befremden kann, daß bey ihnen, wieS.) angemerkt worden, daß diese Spannerbey den Tagschmetterlingen, die untere Seitein der Ruhe die Flügel nicht verbreiten, son-eben so lebhaft und reizend oder auch reizender,dern sie einigermassen erhoben tragen; daherals die obere, gefaͤrbet ist.
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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
Seite
281
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