Druckschrift 
Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

*IV. Abschnitt.Versuch einer Eintheilung der Schmetterlin-ge mit Zuziehung ihrer Raupen.I. §.Tegliche Eintheilung setzet Aehnlichkeit und Verschiedenheit voraus; Aehn-lichkeit und Verschiedenheit aber gründen sich auf gewisse in die Augenfallende, beständige Merkmaale, Unterscheidungszeichen oder Charaktere.Nun ist die Frage, an welche Merkmaale man sich in Eintheilung des gan-zen Schmetterlingheeres vorzüglich halten sollte. Fast jeder Naturkündige,der von Jnsecten geschrieben hat, ist dießfalls einer andern Meynung gewe-sen. Man will einigen sonderbar zur Last legen, daß sie der Natur zu vie-le Gewalt angethan, und bisweilen Gattungen oder Arten in Classen oderOrdnungen versetzet haben, zu welchen sie durchaus nicht gehören konnten.So nahm Valisnieri seine Eintheilung in 4 Classen von einem mehr zufälligenals wesentlichen Dinge, dem verschiednen Aufenthalte der Insecten, auf denPflanzen, auf den Thieren, im Wasser, oder unter der Erde, und setztehiemit die verschiedensten Gattungen z. B. Käfer, Schmetterlinge und Flie-gen, die auf Pflanzen wohnen, in ebendieselbe Classe, und trennte hinge-gen die ähnlichsten z. B. Käfer mit harten Flügeldecken, derer Larven theilsunter der Erde, theils auf Pflanzen, und theils im Wasser leben. So wardSchwamerdam, da er seine 4 Classen nur auf die verschiedne Art der Ver-wandlung gründete, gezwungen einige Fliegen mit den Schmetterlingen undKäfern in eine Classe zu nehmen, andere derselben in einer andern unterzu-bringen. So mußte endlich Lesser, der nur die Füße der Insecten zählte,die Schmetterlingraupen in verschiedne Classen vertheilen, und mit denSpannraupen einige Arten zehnfüßiger Spinnen in eine vereinigen.Allein wir kritisiren nicht, und schränken unsre Betrachtungen nur auf dieSchmetterlinge ein.D 2