Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
Entstehung
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Frucht des Bekanntsems beider Männer waren die Liviusausgaben15181519, denen die Schrift über das Gnjak folgte. Es war wohlBewunderung für den feurigen Humanisten, dass sich Schoeffer veran-lasst sah, dessen Schriften gegen den Herzog Ulrich von Würtembergund die Schriften Huttens gegen den Clerus zu drucken. Die Streit-schriften gegen den Herzog von Würtemberg boten nichts Anstössiges,und wegen der Schriften gegen Born und den Clerus dachte man indem katholischen Mainz anders wie heute, wo die Beformation alsvollendete Thatsache vorliegt. Hielt doch Kurfürst Albrecht von Mainzdas Auftreten Luthers mehr für eine Mönchszänkerei mit den Theologenals für den Anfang tief einschneidender Ereignisse und begünstigtegeradezu Ulrich von Hütten an seinem Hofe. Jedenfalls ward dasvon ihm gegen haeretische Schriften 1517 erlassene strenge Censur-gebot 1 ) in Mainz gelinde gehandhabt und setzte den Schriften Ulrichsvon Hütten keine Grenzen. Dass Johann Schoeffer von dem Huma-nismus bestochen, in missverstandener Ueberschätzung zu denjenigenübergetreten, die in dem Vorherrschen desselben eine Besserung dersocialen Lage erwarteten und dadurch direct oder indirect die Be-formation und sociale Bewegung unterstützten, steht wohl fest, aberauf mehr als diesem Verhältnisse und seiner Hinneigung zu Ulrichvon Hütten beruht dieses keineswegs. Ihn zum Anhänger der Be-formation zu machen, sind keine zwingenden Gründe vorhanden. Dasser in der Intimatio Erphurdiana direct gegen Dr. Eck und die päpst-liche Bannbulle auftrat, ist jedenfalls auch dem Einflüsse Ulrichsvon Hütten zuzuschreiben. Man hat vielfach angenommen, dass Johanndurch den Druck einer kirchenfeindlichen Schrift, die selbst dem Kur-fürsten Bedenken erregte, auf Veranlassung des Fapstes Leo X. vonAlbrecht belangt und mit Gefängniss im Jahre 1520 bestraft ward,allein übersehen, dass in dem Briefe des Kurfürsten Johann gar nichtgenannt ist.' 2 ) Es gab damals in Mainz nur zwei Buchdrucker, dieGebrüder Johann und Peter Schoeffer und steht es nicht fest, welcherderselben der Gestrafte war. Auch ist die Schrift, welche diese Mass-regelung zur Folge hatte, nicht näher bezeichnet. Nach dem Wortlaute

1) 17. Mai 1517. Abdruck in May, Kurfürst Albrecht II. von Mainz I,4041.

2) Die Stelle des Briefs Albrechts 0. D. lautet: postquam eram eertiorfactus de libello, quem scripsit in reverendissimum cardinalem s. Sixti, deindeex Magdeburgensi dioecesi Moguntiam reversus cognovi abominauda quaedamab eodem illic publicata et excusa a cive quodam Moguntino. Nihil potuiin Huttenum, qui se inunitissiniis arcibus in huncusque diem continet, etfortissimam manum equitum, ut audio, congregare potest, quoties ei lubitumest, adeo ut mihi prope formidabilis Sit. Egi, quod res tulit: omissoHutteno, cuius copia, uti dixi, non erat, iniuriam attentatam in impressorevindicavi, quem novo exemplo per lictores in carcerem durissimum coercen-dum curavi, obsecrantibus etiam multis ex proceribus, ne facorem. Deindecavi, ne quis eiusmodi contumeliosa et in diminutionem auctoritatis sanctaesedis Bomanae scripta venderet aut emeret sub meis dioecesibus. Böcking,opera Hutteni I, 3ti4. May, Kurfürst Albrecht IL von Mainz, I. 89 Beil.

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