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I. Johann Schoeffer 1503 — 1531.
§ 1. Johann Schoeffers Lebensschicksale bis 1503.')
Peter Sclioeffer, der Theilhaber der Firma Johann Fust zu Mainz,hatte aus der Ehe mit Christine Fust, dessen Tochter, zwei Söhne.Der Eine derselben hiess Johann, der Jüngere Feter. Es steht zwarnicht urkundlich fest, welcher derselben der Aeltere war, aber derUmstand, dass Johann seinem Vater als Geschäftsinhaber folgte, lässtdessen Erstgeburt voraussetzen. Von der Annahme ausgehend, dassPeter Schoeffer die Christine Fust 1454—1455 ehelichte, und Johannmöglicherweise der Erstgeborene der Kinder war, dürfte 1455 —1456das früheste Jahr seiner Geburt sein. Johanns Pathe war jedenfallssein Grossvater Johann Fust. Johann erhielt wohl eine wissenschaft-liche Bildung, da dieses bei wohlhabenden Verlegern der Zeit üblichwar. Wo Johann studierte, Hess sich bis jetzt nicht feststellen. FürMainz und den Mittelrhein erfreute sich die Hochschule zu Heidelberggrosser Beliebtheit, doch findet sich Johann Schoeffers Name nicht inder Heidelberger Matrikel. Das Nächstliegende ist, dass Johann inMainz studirte; Genaues lässt sich bei dem Verluste der ältestenMainzer Matrikel nicht feststellen. Die technische Ausbildung alsBuchdruckverleger erhielt Johann jedenfalls im väterlichen Geschäfte.Peter Schoeffer war, als Johannes von Sorgenloch genannt Gensfleisch1476 auf sein Amt als weltlicher Richter der Stadt Mainz verzichtete,dessen Nachfolger geworden, als welcher er 1489 vorkommt und denNicolaus Güldenschaf später zum Nachfolger hatte. 2 ) In Folge dieserStellung sowie zunehmenden Alters scheint sich Peter Schoeffer mehrund mehr vom Verlagsgeschäfte zurückgezogen 3 ) und die Leitung
1) Ueber Johann Schoeffer handeln: Muther, Biicherillustration I, S.Ol.— Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels I, S. 92. — Faulmann,illustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. S. 253, 303. —v. d. Linde, Gutenberg S. 79, XI n. 92, 228, 521.
2) Gudenus, Codex diplom. II, 492.
3) Peter Schoeffer betheiligte sich an einem Bergwerk im NassauischenAmte Weilmiinster und heisst in einer Belehnuugsurkunde von 1495 mitAndern „fonder und anfenger des bergkwergs Nuwenbergk Smytgin genant",'Peter von Girnssheim, buchdrucker von Mencz'. Aufsatz Dr. Beckers in derZeitschrift für Bergrecht XVIII, S. 487. — Es handelte sich dabei jedenfallsum Gewinnung von Bleierzen für den Guss der Typen.
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Beiheft 9. 1