— 4 —
symon und Jude abent 1497. Anderes dieser Art mag verloren odernoch, nicht aufgefunden sein.
Nebstdem bot sich an dem Clerus der Mainzer Diöcese einerecht belangreiche Bezugsquelle liturgischer Bücher dar. Der Clerusfühlte sich nach Einführung des Buchdrucks bald veranlasst, die ge-schriebenen Bücher für den Gottesdienst und das Stundengebet gegengedruckte, verbesserte, einheitlichere und handlichere Exemplare zuvertauschen. Auch die Bequemlichkeit der Anschaffung und derbilligere Preis kam hierbei in Betracht. Bei den Tausenden vonPriestern, die der Neuerung Bechnung trugen, war die Nachfrage nachsolchen Drucken stets rege und bot eine hervorragende Erwerbsquelle.Dass auch damit, dass Schoeffer diese Drucke für das Domcapitel her-steUte, sich kein förmliches Privileg für dessen Geschäft heranbildete,sondern der Mainzer Clerus seine liturgischen Drucke nur aus Gründengeschäftlicher Art, wenn auch mit Vorliebe, bei Peter Schoeffer druckenliess, beweist die nicht unbedeutende Anzahl Missale's und Brevieredes Erzstifts Mainz, die aus andern Pressen hervorgingen, so dasMainzer Missale zu Basel und Speier, das Brevier zu Lyon. Jeden-falls fiel aber auch hier dem Schoefter'schen Geschäfte der Haupt-antheil zu.
Nebstdem hatte Peter Schoeffer selbst Verlag betrieben und fürAndere gedruckt. Dieses sind die Grundlagen, anf denen JohannSchoeffer das Geschäft weiterführte.
§ 2. Johann Schoeffer als Verleger und Buchdrucker.
Johann Schoeffer war als gereifter Mann in den Besitz des elter-lichen Geschäfts gekommen. Er entwickelte alsbald eine grosse unddabei reformirend wirkende Thätigkeit, so dass er trotz ihm ent-standener Concurrenz der bedeutendste Verleger und Buchdrucker derStadt Mainz blieb. Als gewiegter Geschäftsmann vernachlässigte erkeine Bichtung des Erwerbs. Sein Verlag umfasste fast alle Gebieteder Wissenschaft, nur von der Reförmationslitteratur hielt er sich ferne,da ihm Rücksichten in dem katholischen Mainz dieses gebieten mochten.Johann Schoeffer verband den Verlag auf eigene und fremde Rechnungnoch mit eigener Druckerei und Formschneiderei. Ob er dabei auchdas Geschäft eines Buchführers auf Messen betrieb und andere Verlags-artikel als die eigenen absetzte, ist unbekannt, bis jetzt konnte keineSpur eines solchen Verhältnisses gefunden werden. Dass aber JohannSchoeffer auch für Andere druckte, beweisen die 1530 für den Ver-leger Matthias Auerbach, sowie für Haselberg gelieferten Drucke, wieer jedenfalls auch bei anderen Druckern für seine Rechnung Druck-werke herstellen liess. Mit der Richtung seines Vaters, der Her-stellung theologischer und kirchenrechtlicher Folianten, brach Johanngänzlich, da die Zeit für solche Erzeugnisse wenig günstig, auch dieälteren Ausgaben des XV. Jahrhunderts grösstentheils noch im Gebrauche
4